Tschaikowsky, Sibelius & Szymanowski

Juraj Valcuha © Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
30.10.2011
Zum letzten Mal in Tschaikowskys Sinfonik kämpft sich ein Finale nach Beethovenschem Vorbild von dunklem Moll zu lichtem Dur hinauf. Der machtvolle Finalhymnus und der förmlich entfesselte, volkstümliche Tumult haben die Sinfonie Nr. 5 (1888) von Peter Tschaikowsky zu einem der am häufigsten aufgeführten Werke der sinfonischen Literatur gemacht – gerade weil die Konzeption in der Sinfonie Nr. 6 nicht mehr aufgeht.
Nicht minder populär wurde das Violinkonzert (1902–05) von Jean Sibelius, das Joseph Joachim seinerzeit als "scheußlich und langweilig" bezeichnet hatte. Donald Francis Tovey nannte das Finale gutmütig eine "Polonaise für Eisbären" und meinte damit wohl den bemerkenswerten Verzicht der Solovioline auf das Klischee der Zerbrechlichkeit.

Europäische Spätromantik prägte die Konzertouvertüre des 23-jährigen Karol Szymanowski. Der Protagonist einer modernen polnischen Musik nahm die Irritationen gern in Kauf, die er auslöste. Die Kritik missverstand die Ouvertüre prompt als Verrat an der klassischen national-polnischen Musik à la Chopin.

Juraj Valcuha ist Chefdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin. Der slowakische Dirigent studierte Dirigieren in Bratislava, in Paris sowie in St. Petersburg. Er dirigiert die großen europäischen und US-amerikanischen Orchester und auch in den Opernhäusern von München, Berlin, Lyon, Bologna. In Venedig leitete er 2010/11 die Neuproduktion von "La Bohème" und gastierte mit seinem Turiner Orchester bei den Abu Dhabi Classics. Beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin debütiert Juraj Valcuha mit diesem Konzert.

Sergey Khachatryan, Erster Preisträger des Sibelius-Wettbewerbes in Helsinki 2000 und des berühmten Königin Elisabeth-Musikwettbewerbes 2005 in Brüssel, wurde 1985 in Armenien geboren. Er debütierte 2006 beim RSB mit dem 1. Violinkonzert von Schostakowitsch und gastierte seitdem bei zahlreichen Orchestern in Europa, den USA und Japan. Seit 2003 sind mehrere CDs mit Werken von Sibelius, Chatschaturjan, Schostakowitsch, Franck und Bach auf dem Markt. Sergey Khachtryan spielt die "Ysaye”-Guarneri 1740, eine Leihgabe der Nippon Music Foundation.
www.rsb-online.de


Live aus der Philharmonie Berlin

Karol Szymanowski
Konzertouvertüre E-Dur op. 12

Jean Sibelius
Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Peter Tschaikowsky
Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64


Sergey Khachatryan, Violine
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Juraj Valcuha