Seit 01:05 Uhr Tonart
Donnerstag, 29.10.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Interview | Beitrag vom 30.09.2020

Trump vs. Biden im TV-DuellDas Debatten-Desaster

Jackson Janes im Gespräch mit Liane von Billerbeck

Beitrag hören Podcast abonnieren
Screenshot aus dem TV-Studio: Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden. (picture alliance / dpa / Consolidated News Photos)
TV-Debatte auf Abstand: Vorher gaben sich die Kontrahenten nicht die Hand - wegen Corona. (picture alliance / dpa / Consolidated News Photos)

Die erste TV-Debatte zwischen US-Präsident Trump und seinem demokratischen Herausforderer Biden war chaotisch und erinnerte Kommentatoren an eine Kneipenschlägerei. Der Politologe Jackson Janes sieht dennoch einen klaren Sieger.

US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer von den Demokraten, Joe Biden, haben sich das erste Mal vor laufender Kamera duelliert. Die TV-Debatte war zeitweise kurz davor, im Chaos zu versinken: Die Inhalte gingen in einem Wust von Unterbrechungen und Beleidigungen unter. Moderator Chris Wallace von Fox News war nicht in der Lage, die Diskussion zu ordnen. Besonders Trump unterbrach ihn und Biden ein ums andere Mal.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Der Politologe Jackson Janes sieht dennoch einen "Sieg für Biden". Trump sei sehr aggressiv aufgetreten, sagt er. Bei all den persönlichen Attacken gegen Biden sei es während der Veranstaltung schwer vorstellbar gewesen, dass dieser seine Geduld behält. Doch Biden habe nur einmal fast die Nerven verloren - als Trump dessen Sohn Hunter attackierte.

Frauen könnten die Wahl im November entscheiden

Janes glaubt, dass die Frauen die Wahl im November entscheiden könnten. Rund 52 bis 53 Prozent der weißen weiblichen Bevölkerung hätten 2016 Trump gewählt - nun würden sich vermutlich viele wegen Trumps Benehmen von ihm abwenden.*

Das Gravierendste an der Debatte war für Janes, dass Trump erneut die Rechtmäßigkeit der Wahl in Frage stellte. Trump sei anzumerken gewesen, "dass er ahnt, dass er die Wahl verliert", sagt der Politologe.

Der harte Kern seiner Anhängerschaft werde sich auch wegen der Debatte nicht von Trump abwenden, so Janes. Doch das reiche nicht, um die Wahl zu gewinnen.

"Die Wechselwähler haben Trump pur erlebt", sagt Janes: "Das kann eigentlich nur Trump schaden und Biden helfen."

(ahe)

*Redaktioneller Hinweis: Wir haben eine Angabe des Gesprächspartners im Text konkretisiert.

Mehr zum Thema

Trump gegen Biden im TV-Duell - Die Kunst des Angriffs
(Deutschlandfunk, @mediasres, 29.09.2020)

TV-Duell zwischen Trump und Biden - Attacke versus Themen
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 29.09.2020)

US-Wahlkampf - Trump setzt auf Texas
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 29.09.2020)

Interview

Coronabeschränkungen in der KritikAuf dünnem Eis
Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Mund-Nasen-Bedeckung. (imago / photothek / Florian Gärtner)

Offiziell ist es kein Lockdown. Doch Bürgerinnen und Bürger müssen sich coronabedingt ab Anfang November auf deutliche Beschränkungen ihrer Freiheitsrechte einstellen. Der Verfassungsrechtler Volker Boehme-Neßler hält das für bedenklich.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur