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Tonart | Beitrag vom 04.07.2016

Trio Camp ClaudeLuftiger Wave aus Frankreich

Von Karoline Knappe

Diane Sagnier, Sängerin des französischen Trios Camp Claude. (Promofoto Camp Claude / Cedric Verebb)
Diane Sagnier, Sängerin des französischen Trios Camp Claude. (Promofoto Camp Claude / Cedric Verebb)

Sky Wave nennt die französische Band Camp Claude den eigenen Musikstil. Das Trio um Sängerin Diane Sagnier setzt auf seinem Debütalbum auf spielerische Sounds aus den 80er- und 90er-Jahren - irgendwo zwischen Rock, Pop, Cold Wave und Elektro.

"Don't hold back / Never the same / better leave it in the fast lane / Don't hold back."

Nichts zurückhalten, immer nach vorn gehen – das beschreibt Camp Claude und Sängerin Diane Sagnier treffend.

In Adidas-Hose und mit kinnlangen, lockigen braunen Haaren mit blonden Strähnen, die ihr immer wieder ins Gesicht fallen, wirkt Diane Sagnier frisch. Und vor allem: jung. Gestenreich erzählt sie, mit ausladenden Bewegungen, und nimmt so den Raum schnell ein.

"Eine unserer wichtigsten Inspirationen, das ist das Forever Young, aber auch das Forever Summer, Forever Sun, die Lust zu entfliehen, einfach woanders zu sein, in seiner eigenen Welt, da ist was sehr Sonniges und Schwebendes in unserer Musik, was wir versuchen zu behalten."

Leo Hellgen und Mike Giffts als Jungs im Hintergrund

Das Feriengefühl, von dem sie erzählt, steckt auch im Namen von Camp Claude: Claude ist Diane Sagniers zweiter Vorname – ein bisschen altmodisch und sowohl ein Männer- als auch ein Frauenname – und das Camp verbindet das Trio mit dem Ferienlager.

"You never told me when, you’d shut me out again / Sucked into all this space, can’t find another way out."

Neben Diane Sagnier gehören der Schwede Leo Hellgen und der Engländer Mike Giffts zu Camp Claude. Kennengelernt haben sich die drei bei der Arbeit an einem Videoclip. Denn eigentlich ist Diane Sagnier Fotografin und Videokünstlerin. Doch als sie bei ihr eine Gitarre fanden, haben die beiden Männer sie zum gemeinsamen Musikmachen überredet. Das war 2013. Seitdem sind sie die Jungs im Hintergrund und tüfteln im Studio an den Sounds.

"Wir haben uns gut kennen gelernt, bevor wir angefangen haben, zusammen Musik zu machen, und in unseren Gesprächen sind bestimmte Themen immer wieder aufgekommen – die Liebe, die Arbeit, das Jungsein und dieser Start ins Erwachsenenleben. Dass man, selbst wenn man älter wird, eigentlich jung bleiben will, 'Forever Young' eben – und die Angst, in einer Welt zu landen, die so extrem geregelt ist, in der immer schon klar ist, welchen Schritt man als nächsten machen muss."

Sehr spielerisch das Ganze

Sky Wave nennen Camp Claude selbst den Stil ihrer Musik.

Während Diane Sagnier mit der Musik der 90er in Frankreich aufgewachsen ist, sind Mike Giffts und Leo Hellden im England und Schweden der 80er groß geworden.

Und so ist ihre Musik eine Mischung aus dem Rock und Pop dieser Jahrzehnte. Dazu ein bisschen Cold Wave und Elektro. Sehr spielerisch das Ganze.

"Zuerst ist da der Spaß, ganz klar. Aber ich denke, ich hatte auch immer das Bedürfnis, Musik zu machen. Ich muss nicht 'super famous' sein, aber ich mochte es immer, auf der Bühne zu stehen, mich zu zeigen - und jetzt hat das alles einen enormen Drive bekommen, den ich nicht aufhalten will."

Erst trafen sich die drei ab und an im Studio. Dann immer öfter. Schließlich stellten sie ein Paar erste Songs ins Netz. Dann kam eine erste EP und nun Camp Claudes erstes Album - "Swimming Lessons".

"Eigentlich ist der ganze Prozess mit dieser Band – das Album, das jetzt rausgekommen ist, die Konzerte – ein bisschen wie Schwimmunterricht, ich habe sozusagen schwimmen gelernt in dieser Musikerwelt – ich musste erstmal lernen, mich selbst als Sängerin zu begreifen, damit umgehen lernen, dass mich die Leute angucken und so – das war wirklich wie ein Schwimmlernkurs für mich."

Platz an der Sonne gefunden

"Swimming till we see the light, / the night just never comes / We’re swimming through the light, / we’re flying through the liquid sky."

Das Fotografieren hat Diane Sagnier nicht an den Nagel gehängt. Im Gegenteil: Erst jetzt hat sie das Gefühl, dass alles genau richtig zusammenkommt, dass sie Bilder und Musik so zusammen setzen kann, wie es für sie passt.

"Mit der Band hat eine große Suche begonnen nach dem, was optisch zu uns passt, zu unseren Stücken, zu den Demos, die wir gemacht haben. Am Anfang war mir auch noch nicht klar, wie ich präsentiert sein wollte. Aber jetzt hat sich das zu einem Ganzen gefügt und ich habe mir eine Persönlichkeit aufbauen können, die gut zu mir passt, ich weiß, wie ich die Songs interpretieren will – auch optisch, welche Bilder dazu passen. Darüber bin ich echt glücklich." (lacht)

Und so scheint sie ihren Platz an der Sonne gefunden zu haben – und lässt sich das Leichte, Luftige in ihrem Leben und in ihrer Musik nicht nehmen.

Tonart

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