Tresor-Gründer Dimitri Hegemann

Jugendarbeit mit Techno auf dem Land

06:27 Minuten
Drei Jugendliche beugen sich über einen Turntable.
Inspiration an den Turntables: Das Musiklabor bietet Workshops zu elektronischer Musik an und will dabei vor allem auch einen Safe Space schaffen. © Glashaus Prenzlau / Arne Reiser
Dimitri Hegemann im Gespräch mit Gesa Ufer · 03.08.2022
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Als junger Mann zog Dimitri Hegemann vom Dorf in die Stadt: In Berlin gründete er 1991 den Club "Tresor". Jetzt bringt er Techno-Kultur in die Uckermark und bietet Jugendlichen auf dem Land einen Ort für musikalische Experimente.
Wie mixe ich einen Track? Welche Technik ist am besten geeignet? Welche Software ist zu empfehlen? Im "Glashaus Prenzlau" gibt es ein Musiklabor, wo junge Menschen, die am Berufsfeld DJ interessiert sind, Antworten auf all diese Fragen bekommen und sich in der Musikproduktion auch selbst ausprobieren können.

Generationswechsel in den Amtsstuben

"Es geht um Freiraum", sagt Dimitri Hegemann. Er versuche, Jugendlichen auf dem Land Räume zu organisieren, in denen sie experimentieren und eigene Ideen verwirklichen können. Dabei sehe er sich an der Schnittstelle zwischen den Kommunen und jugendlichen Communitys.
Porträt von Dimitri Hegemann im Tresor-Club.
Neu denken und Freiräume schaffen: Dimitri Hegemann gründete 1991 den Berliner Technoclub "Tresor".© picture alliance / Doris Spiekermann-Klaas
In den Amtsstuben finde glücklicherweise ein Generationswechsel statt, beobachtet Hegemann: Bürgermeister und Angestellte in ihren Verwaltungen hätten verstanden, dass kluge junge Leute in die Metropolen abwandern, wenn es zu Hause keine Orte gebe, an denen sie sich entfalten können.

In der Nacht entstehen die besten Ideen

Hegemann versteht solche Angebote auch als "Bollwerk gegen einen rechten Mainstream". Ein Techno-Club könne als "Schutzraum" funktionieren. "Nach 3 Uhr entspringen völlig neue Ideen und Konzepte", sagt Hegemann. In solchen Momenten hätten schon Leute zusammengefunden, die beschlossen, ein Café, eine Galerie oder ein Hostel zu gründen:
"Das ist dann endlich mal eine Alternative für junge Menschen im ländlichen Raum, die sonst wegziehen würden oder die gar kein Programm vorfinden würden."

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Hegemann selbst sagt, er sei als junger Mann nach Westberlin gezogen, weil es in seinem Heimatdorf zu viele Erwachsenen gegeben habe, die zu allen Ideen und Vorschlägen "Nein" sagten. In Berlin habe er sehr viele Dorfaussteiger und -aussteigerinnen getroffen: "Wir haben neu gedacht, und wir haben auch Berlin verändert." Nun möchte er diese Impulse aus der Hauptstadt hinaus ins Umland tragen.
(fka)
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