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Konzert / Archiv | Beitrag vom 26.09.2018

Traunsteiner KammermusikfestivalEin letzter Hauch von Sommer

Moderation: Stefan Lang

Der Cellist Gabriel Schwabe spielt auf seinem 400 Jahre altem Violoncello (Gabriel Schwabe / Detlev Eden)
Der Cellist Gabriel Schwabe mit seinem 400 Jahre altem Begleiter (Gabriel Schwabe / Detlev Eden)

Traunstein liegt zwischen den Musikmetropolen Salzburg und München. Trotz dieser mächtigen Konkurrenz findet hier seit 1980 ein atmosphärisches Festival statt. In diesem Jahr waren der Cellist Gabriel Schwabe und der Pianist Nicolas Rimmer zu Gast.

Es ist die Atmosphäre, die für große Künstler anziehend ist. Im kleinen Ort Traunstein spielt es sich im Spätsommer besonders schön. Daher sagen namhafte Künstler immer wieder gern zu, wenn sie für dieses Kammermusikfestival eine Einladung erhalten.

Blick auf Traunstein, im Hintergrund die Berge (traunstein.de / Sepp Niederbuchner)Traunstein - ein idyllischer Ort für Kammermusik (traunstein.de / Sepp Niederbuchner)

Seit fast 40 Jahren ist das Festival eine musikalische Institution in der Region. Wir komprimieren aus zwei Traunsteiner Angeboten ein Konzert bei Deutschlandfunk Kultur.

Tänze für Klarinette

Der Abend beginnt mit den launigen, tänzerischen Präludien von Witold Lutosławski. In den fünf Sätzen beweist der Komponist: Er kann seine Liebe zu den Farben des französischen Impressionismus mit den Klängen seiner Heimat verbinden.

Unbändige Künstlerin

Pauline Viardot war eine Künstlerin, die sich in keine Schublade stecken ließ, nicht als Frau um 1900, nicht als Spanierin, die in Europa aufwuchs als Kind reisender Theater-Eltern, nicht als Pianistin oder Sängerin.

Die Sopranistin Anna Lucia Richter vor freiem Himmel (Anna Lucia Richter / Kaupo Kikkas)Die Sopranistin Anna Lucia Richter hat die Lieder von Pauline Viardot für sich entdeckt (Anna Lucia Richter / Kaupo Kikkas)

Viardot liebte die Vielfalt. Als Komponistin hinterließ Paule Viardot über 100 Lieder – darunter etliche poetische Umdeutungen von Chopins Mazurken.

Romantische Miniatur-Oper

Mit Schuberts "Hirt auf dem Felsen" tauchen wir in eine zutiefst romantisch empfundene Szene ein. Wie in einer kleinen Oper in Liedform entspinnt sich die Szene, in der die Sängerin alles zeigen kann: dramatsiche Größe, sehnsuchtsvolle Wärme und virtuose Koloratur-Abschnitte.

Der Pianist Nicholas Rimmer (Nicolas Rimmer / Irène Zandel)Der Pianist Nicholas Rimmer ist begehrter Solist wie Kammermusikpartner (Nicolas Rimmer / Irène Zandel)

Mit dem "Nachtstück" hat sich der Klarinettist Jörg Widmann ins Gespräch als Komponist gebracht. Das frühe Werk aus dem Jahr 1998 experimentiert mit den Stimmungen der Dunkelheit, mal leise, mal beängstigend laut, mal tief, mal unendlich hoch.

Späte Liebe für einen Komponisten

Zum Schluss die erste Klarinettensonate von Brahms – ein Spätwerk, nachdem Brahms längst verkündet hatte, er würde nun nichts mehr komponieren. Aber der Klang der Klarinette hatte ihn so gepackt, dass er nicht anders konnte, als für dieses Instrument zu schreiben.

Aufzeichnungen der Konzerte vom 2. und 3. September 2018 in der Aula des Annette-Kolb-Gymnasiums

Witold Lutosławski
Tänzerische Präludien für Klarinette und Klavier

Pauline Viardot
Drei Lieder nach Mazurken von Chopin

Franz Schubert
"Der Hirt auf dem Felsen" für Singstimme, Klarinette und Klavier, D 965

Jörg Widmann
"Nachtstück" für Klarinette, Violoncello und Klavier

Johannes Brahms
Sonate für Klarinette und Klavier f-Moll op. 120 Nr. 1

Anna Lucia Richter, Sopran
Blaž Šparovec, Klarinette
Gabriel Schwabe, Violoncello
Nicolas Rimmer, Klavier

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