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Konzert / Archiv | Beitrag vom 26.03.2021

Tomáš Netopil und Cameron CarpenterDresdner Philharmonie spielt Tschechisches

Moderation: Stefan Lang

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Der Dirigent Tomáš Netopil dirigiert die Dresdner Philharmonie am 26.3.21. (Björn Kadenbach/Dresdner Philharmonie)
Der Dirigent Tomáš Netopil dirigiert die Dresdner Philharmonie am 26.3.21. (Björn Kadenbach/Dresdner Philharmonie)

Die Dresdner Philharmonie spielt Bekanntes und Unbekanntes, eine Dvořák-Sinfonie im Finale, im ersten Teil ein Doppelkonzert von Bohuslav Martinů und eine Sinfonie für Orgel und Blechbläser von Miloslav Kabeláč - ein Tscheche dirigiert: Tomáš Netopil.

Die Dresdner Philharmonie spielt für uns und kann über somit ihre Abonnenten erreichen, auch Hörerinnen in ganz Europa. Mit dem Dirigenten Tomáš Netopil haben wir uns auf einen tschechischen Dreisprung geeinigt - Antonín Dvořáks große Sechste Sinfonie am Schluss, mittendrin das Doppelkonzert für Klavier und Pauken von Bohuslav Martinů, Christoph Berner ist der Solist. Am Beginn gibt es eine dringende Empfehlung, die Dresden-Premiere einer Sinfonie von Miloslav Kabeláč - der Dritten für Orgel und Blechbläser, Cameron Carpenter ist der Solist.

Der Organist Cameron Carpenter und der Dirigent Tomáš Netopil bei der Dresdner Philharmonie am 26.3.21. (Björn Kadenbach/Dresdner Philharmonie)Der Organist Cameron Carpenter und der Dirigent Tomáš Netopil bei der Dresdner Philharmonie am 26.3.21. (Björn Kadenbach/Dresdner Philharmonie)

Miloslav Kabeláč war ein Mann des 20. Jahrhunderts, man kennt ihn nicht. 1908 in Prag geboren, 1979 dort gestorben. Unangepasst als Mensch, als Komponist, nicht zu Kompromissen bereit. Die 3. Sinfonie hat er zwischen 1948 und 57 komponiert, die Uraufführung dirigierte Karel Ančerl. "Die Sinfonie ist überwiegend hart - aber wie hätte ich in der damaligen Situation auch anders schreiben können!" Musik als Spiegel einer gesellschaftlichen Situation, eine Sinfonie, die den politischen Druck spürbar macht, die Krieg, Leid und Schmerz charakterisiert. 

Zukunftsglaube trotz Erschütterung

Das Doppelkonzert von Bohuslav Martinů ist etwa 80 Jahre alt, Martinu hat es in Frankreich 1938 komponiert, als das faschistische Deutschland Österreich anschloss und die Tschechoslowakei bedrohte. Martinů hat in jeder Minute die explosive politische Lage gespürt: "Es ist eine unter erschüttenden Ereignissen zustande gekommene Komposition, aber die Empfindungen, die sie hervorruft, sind nicht verzweifelt, eher geben sie Empörung, Mut und unerschütterlichen Glauben an die Zukunft kund!"

Sinfonische Weihen

Im Finale gibt es die große Sechste Sinfonie von Antonín Dvořák, ein Werk in deutsch-österreichischer Tradition mit böhmischem Einschlag. Meisterhaft wie Dvořák sich am böhmischen Volkston orientiert und wie er es schafft, diesem die großen sinfonischen Weihen zu geben.   

Kulturpalast Dresden
Aufzeichnung vom 26. März 2021

Miloslav Kabeláč
Sinfonie Nr. 3 für Orgel, Blechbläser und Schlagzeug

Bohuslav Martinů
Doppelkonzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken 

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 6 D-Dur op. 60

Cameron Carpenter, Orgel
Christoph Berner, Klavier
Oliver Mills, Pauken
Dresdner Philharmonie
Leitung: Tomáš Netopil

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