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Fazit | Beitrag vom 26.06.2021

Tödliche Messerattacke in WürzburgZeit für Zusammenhalt

Burkhard Hose im Gespräch mit Gabi Wuttke

Große Anteilnahme in Würzburg: Menschen legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. (Armando Babani / AFP)
Große Anteilnahme in Würzburg: Menschen legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. (Armando Babani / AFP)

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre wurde Würzburg zum Schauplatz einer tödlichen Messerattacke. Wie damals gehe es auch heute um den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, sagt Burkhard Hose. Der sei erneut bedroht, so der katholische Pfarrer.

Würzburg steht auch am Tag nach der Messerattacke unter Schock, wie der katholische Hochschulseelsorger Burkhard Hose berichtet. Am Freitag hatte ein 24-Jähriger auf Passanten eingestochen. Drei Menschen kamen dabei ums Leben und fünf wurden schwer verletzt.Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)Gegen den Geflüchteten aus Somalia wurde mittlerweile Haftbefehl erlassen. Das Tatmotiv ist allerdings noch unklar. Feststeht, dass er zweimal in die Psychiatrie eingewiesen und jeweils nach kurzer Zeit wieder entlassen worden war.

In der Tatnacht twitterte Pfarrer Hose:

Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft

Vor ziemlich genau fünf Jahren wurde Würzburg schon einmal Schauplatz einer brutalen Attacke. Damals verletzte ein 17-jähriger Geflüchteter fünf Menschen mit einer Axt und einem Messer, vier davon schwer. Hose will nicht die Taten vergleichen, wie er sagt, sondern die Atmosphäre, die sich wieder über die Stadt gelegt hat, den Schock:

"Das ist schon etwas, was mich sehr bedrückt, natürlich auch in den Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft. Das spielt dann immer gleich eine Rolle, wenn wir so etwas erleben: Wie können wir hier gut zusammenleben?" 

"Ich schätze diese Stadt"

Doch Pfarrer Hose ist zuversichtlich. Würzburg sei eine Stadt, die sehr viel Humanität gezeigt habe. "Ich schätze diese Stadt, weil es sehr viele Menschen gibt, die sehr engagiert sind. Wir sind in einem großen Bündnis für Zivilcourage verbunden: 80 Organisationen von Menschen, die sagen: Wir wollen hier gut zusammenleben und uns gegen Diskriminierung richten."

Das sei eine stabile Grundlage, "also von daher, glaube ich, rechne ich damit und hoffe ich darauf, dass die Humanität hier auch weiter einen ganz hohen Stellenwert hat".

Nach der tödlichen Messerattacke hat sich Würzburgs Oberbürgermeister Schuchardt mit einem offenen Brief an die Bürger der Stadt gewandt. Das Schreiben können Sie hier im Wortlaut nachlesen.

Vor fünf Jahren habe es bereits einen starken Zusammenhalt gegeben, und diesen werde es auch diesmal geben, zeigt er sich sicher.

"Aber es ist ein ständiges daran Arbeiten. Und natürlich ist der Zusammenhalt auch wieder bedroht durch diese Tat." Vor allem die Kommentare von rechts, aus Richtung der AfD, seien unanständig, findet Hose, und sollten ignoriert werden.

(ckr)

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