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Studio 9 | Beitrag vom 10.10.2016

Tierfotograf Elias Weiss Friedman "Ich habe alle Hunde - wenigstens für eine Minute"

Von Kai Clement

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Eine neun Monate alte Dackel-Hündin sitzt auf einer Wiese (imago/blickwinkel)
Mit Sam kann Mattis über alles reden. (imago/blickwinkel)

Elias Weiss Friedman fotografiert Hunde und postet die Fotos. Den Gedanken von "The Humans of New York" hat er auf die Hundewelt übertragen: Er porträtiert die Tiere und erzählt - in aller Kürze - ihre Geschichte.

Die Models dieses Fotografen sind alle minderjährig - so wie die 13-jährige Tessa. Um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen, muss Elias Weiss Friedman einigen Aufwand treiben.

Immerhin arbeiten sie alle unentgeltlich - allein für den Ruhm, auf seinen diversen Internetseiten zu erscheinen, bei Twitter, Facebook oder Instagram. Die Hoffnung der Besitzer: ihr Hund als Promi.

Elias Weiss Friedman hat im Grunde den Gedanken von "The Humans of New York" auf die Hundewelt übertragen: Porträts, dazu eine kleine Geschichte.

Sheepskin: "Gibt es etwas Spezielles zu ihr?"

"Sie nagt gerne an diesem Schafsfell Männchen."

"Good girl."

Viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen

"Ich hatte mit Markenstrategien zu tun. Dann gab es viele Entlassungen. Auch ich war darunter. Es war beängstigend. Aber irgendwie hatte ich auch viele Jahre darauf gewartet: die Gelegenheit im Grunde alles zu tun."

Der 28-jährige Fotograf ist mit Hunden aufgewachsen - und einer Dunkelkammer bei seinen Eltern. Vor drei Jahren hat er beides kombiniert. Ein Buch ist veröffentlicht, das nächste - über Welpen, unschlagbar also - in Arbeit, ein Kalender in Planung. Mit seinem inzwischen großen Publikum kommen zugleich Werbekunden und damit das Einkommen für seine täglichen Fotospaziergänge etwa durch den Central Park. Auch die Kamera ist gesponsert.

"Good Boy"

"Großartige Idee. Die Leute lieben Tiere wie ihre Kinder und wollen Fotos von ihnen."

Etwa zehntausend, so schätzt Elias, habe er schon fotografiert. In rund 40 Städten weltweit - auch Deutschland. Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen gehören zur Arbeit: für Menschen wie Hunde. Die machen ihm zuliebe schon mal Dinge, die sie sonst nie tun.

Angesichts des Erfolgs von Katzen im Internet betreibt Elias auch die Seite "The Catist".

"Aber Katzen sind schwerer zu fotografieren. Sie gucken dich nicht so an wie Hunde und laufen auch nicht auf der Straße herum."

Für Elias steckt in den Hundeporträts, wie er sagt, das Zeug für eine großartige Geschichte, die aber bislang noch keiner erzählt. Zugleich bedauert er es, wegen seiner vielen Reisen keinen eigenen Hund zu haben.

"Zurzeit habe ich keinen Hund - bin aber mit fünfen aufgewachsen. Labradore. Aber ich sage immer gerne: Ich habe alle Hunde - wenigstens für eine Minute."

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