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Kulturnachrichten

Samstag, 6. September 2014

Theologe Pannenberg gestorben

Er wurde 85 Jahre alt

Der Münchner evangelische Theologe Wolfhart Pannenberg ist tot. Der Mitbegründer der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) starb bereits am Donnerstagabend, wie Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm heute mitteilte. Pannenberg habe die Kirche immer wieder zur Ökumene aufgerufen, schreibt Bedford-Strohm in seinem Kondolenzschreiben an Pannenbergs Ehefrau. Damit habe er immer an etwas erinnert, "was nie aus dem Blick geraten darf, wenn wir unser Bekenntnis der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche wirklich ernst nehmen wollen".
Weiter schreibt Bedford-Strohm: "Unsere Kirche, mit der er ja so oft nicht einverstanden war, die aber immer zentral in seinem Horizont war, ist ihm zu großem Dank verpflichtet." Von 1967 bis 1994 lehrte der in Stettin geborene Pannenberg als Professor für Systematische Theologie an der LMU München. Eine entscheidende Rolle in seiner Arbeit spielte immer die Ökumene: Um den Dialog zwischen der katholischen und evangelischen Kirche zu fördern, gründete er an der Universität München das Institut für Fundamentaltheologie und Ökumene. Umstritten war jedoch seine konservative Sichtweise. So gab er sein Bundesverdienstkreuz zurück, weil bereits "Vorkämpfer der Gleichstellung homosexueller Lebensgemeinschaften mit der Ehe" diese Auszeichnung erhalten hätten.

31. Biennale von São Paulo eröffnet

Bis zum 7. Dezember sind in dem von Oscar Niemeyer entworfenen Matarazzo-Pavillon des Ibirapuera-Parks 81 Exponate von über hundert Künstlern aus 34 Ländern zu sehen

Die international renommierte Biennale von São Paulo ist am Samstag zum 31. Mal fürs Publikum eröffnet worden. Die Biennale steht unter dem Motto "Wie man über Dinge (...) kann, die es nicht gibt", wobei der freie Platz alternativ für "sprechen", "denken", "lernen", "kämpfen" steht. Die nicht existierenden Dinge sind für die Kuratoren "die Aspekte der menschlichen Erlebnisse und Emotionen, die üblicherweise unaussprechbar bleiben". Es gehe um die Sichtbarkeit der ungelösten gesellschaftlichen Konflikte, um das Umwandlungspotenzial der Kunst und der Möglichkeit, eine andere Welt zu erdenken. Die Werke werden als individuelle oder kollektive Projekte ausgestellt, die in den meisten Fällen von den Künstlern auf dem Biennale-Gelände kreiert wurden. Unter ihnen die utopischen "Landkarten" des Chinesen Qiu Zhije und das "Blutbad" des Brasilianers Thiago Martins de Melo, Gemälde und Skulpturen um die Vernichtung der Urbevölkerung am Amazonas.

Beethovenfest 2014 in Bonn eröffnet

Bonn feiert seinen großen Sohn Ludwig van Beethoven

Das Beethovenfest 2014 ist heute in Bonn unter der Leitung der neuen Intendantin Nike Wagner mit einer Matinee in der Bonner Universität eröffnet worden. Das teilte eine Festivalsprecherin mit. Das Bonner Beethovenorchester spielte Reiner Bredemeyers "Bagatellen für B", ein Collagenstück. Vier Wochen lang steht die Stadt Bonn im Zeichen ihres großen Sohnes Ludwig van Beethoven. Unter dem Motto "Götterfunken" bietet das Beethovenfest bis zum 3. Oktober 60 Veranstaltungen. "Es werden Funken sprühen, das verspreche ich Ihnen für alle Veranstaltungen der Saison 2014, hatte Nike Wagner bei der Vorstellung des Programms gesagt. Es ist Wagners erstes Beethovenfest. Bis auf zwei Programmpunkte zur Eröffnung und zum Abschluss geht das Programm aber noch auf ihre Vorgängerin Ilona Schmiel zurück.

"Phoenix" mit Nina Hoss begeistert bei Weltpremiere in Toronto

Der Film könnte den Publikumspreis gewinnen

Das deutsche Nachkriegsdrama "Phoenix" von Regisseur Christian Petzold hat beim 39. Toronto International Film Festival Weltpremiere gefeiert.
Schauspielerin Nina Hoss beeindruckte das Publikum mit ihrer Darstellung von Nelly Lenz, einer im Konzentrationslager entstellten Frau. Nach einer Gesichtsoperation unerkennbar, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Ehemann (Ronald Zehrfeld) - unter anderem um herauszufinden, ob er sie an die Nazis verraten hat. Die beklemmend dichte und emotionale Geschichte ist im Rennen um den begehrten Publikumspreis des Filmfestes, den in Toronto traditionell die Zuschauer wählen und der am 14. September bekannt gegeben.

Domingo bleibt bis 2019 Musikdirektor an Oper in Los Angeles

Domingo ist schon seit 30 Jahren am Haus

Startenor Placido Domingo bleibt mindestens bis zur Saison 2018/2019 Generalmusikdirektor der Oper in Los Angeles. Der Vertrag des 73-Jährigen sei entsprechend verlängert worden, teilte das Opernhaus mit. Domingo wurde 1984 künstlerischer Berater des Opernhauses, war von 2001 bis 2003 künstlerischer Direktor und danach Generalmusikdirektor. Sein bisheriger Vertrag hatte sich bei gegenseitigem Einverständnis automatisch immer weiter verlängert.

Berlin Festival: Bands und DJs spielen ohne Unterbrechung

Sonntag Verleihung des mit 10 000 Euro dotierten "New Music Award"

Nachdem auf den Konferenzen diskutiert wurde, haben zum Abschluss der Berlin Music Week die Künstler das Wort: Das Berlin Festival mit Musikern aus der ganzen Welt hat begonnen. Den Auftakt machte der in der Hauptstadt lebende Spanier Kid Simius mit seinen "Surf'n'Bass" Klängen. Bis zum Montagmorgen soll es ununterbrochen mit Bands und DJs weitergehen. Auf verschiedenen Bühnen werden unter anderen junge Musiker wie Woodkid, Highasakite oder Editors stehen - aber auch alte Hasen wie Neneh Cherry, Sven Väth oder Fünf Sterne Deluxe. Das Festival findet in diesem Jahr erstmals nicht auf dem Tempelhofer Feld statt, sondern im Arena Park an der Spree. Auf dem Gelände in Kreuzberg gibt es nicht nur Musik, sondern auch Kunst im "Art Village", Tanz in der "Tanzarena" und Poesie im "Poetry Saloon".

Wissenschaftler: Hunger nach Kunst geht verloren

Wolfgang Schneider meint, ein großer Teil der deutschen Bevölkerung nehme Kunst nicht wahr

Der Kulturpolitikprofessor Wolfgang Schneider hat dazu aufgefordert, von der künstlerischen Aufbruchstimmung in Nordafrika zu lernen. Der Hunger nach Kunst gehe in den europäischen Ländern verloren, sagte Deutschlands erster Universitätsprofessor für Kulturpolitik der Nachrichtenagentur dpa im Vorfeld des Hildesheimer Weltkongresses für Kulturpolitikforschung (9. bis 13. September in Berlin). Gleichzeitig mahnte er, Zugänge zur Kunst zu schaffen und Barrieren abzubauen. "Davon ist auch Deutschland nicht frei, ich behaupte sogar, dass wir gegen das Menschenrecht der kulturellen Teilhabe massiv verstoßen", betonte der Wissenschaftler.

Plowdiw Europas Kulturhauptstadt 2019

Es wird noch eine weitere Kulturhauptstadt geben (in Italien), die noch nicht nominiert worden ist

Eine EU-Jury hat die zweitgrößte bulgarische Stadt Plowdiw als Europas Kulturhauptstadt 2019 gewählt. Die Jury gab ihre Entscheidung zugunsten der antiken Stadt Plowdiw im Kulturministerium in Sofia bekannt. Aus Bulgarien hatten sich noch die Hauptstadt Sofia, Warna am Schwarzen Meer sowie die einstige Hauptstadt Welika Tarnowo beworben. Das im Süden des Balkanlandes, etwa 150 Kilometer östlich von Sofia gelegene Plowdiw ist ein begehrtes Reiseziel. Mit seiner antiken Geschichte ist Plowdiw die älteste Stadt in Bulgarien, die auch heute noch besiedelt ist. Thraker, Römer und Türken prägten Plowdiws Geschichte, die 8000 Jahre zurückreichen soll. Besonders beliebt ist die Altstadt. In der Stadt leben knapp 370 000 Einwohner. Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Initiative der Europäischen Union. Jedes Jahr werden zwei Kulturhauptstädte ernannt - eine aus den alten EU-Staaten und eine aus den neuen. In den Kulturhauptstädten finden in dem jeweiligen Jahr zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Aktionen statt.

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