Theatermacher Milo Rau "persona non grata" in Serbien

Der Schweizer Regisseur und Intendant der Wiener Festwochen, Milo Rau, ist vom renommierten Theaterfestival "Bitef" in Belgrad ausgeladen worden. Er sei in Serbien eine "persona non grata", begründete der politisch besetzte Vorstand des Festivals die Entscheidung. Rau hatte im vergangenen Jahr die Eröffnungsrede gehalten und darin den geplanten Abbau von Lithium in einem serbischen Naturschutzgebiet kritisiert. Auch die künstlerische Leitung des "Bitef" trat zurück. In Serbien regiert Präsident Aleksandar Vučić mit zunehmend autoritären Methoden, die auch Zensur sowie Gewalt gegen Oppositionelle einschließen. Nun steht auch die Zukunft des "Bitef" auf dem Spiel. Milo Rau bezeichnete seine Ausladung als "Zensur" und sprach von der Zerstörung der künstlerischen Freiheit bei einem der größten Theaterfestivals in Europa. Rau hätte in Belgrad das Stück „Der Prozess Pelicot“ präsentieren sollen.