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Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.08.2009

"The Hurt Locker" - "Tödliches Kommando"

Anke Leweke über den Film von Kathryn Bigelow

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In "The Hurt Locker" sucht ein US-Kommando den Zünder einer Bombe im Irak, und der Feind hat kein Gesicht. Da keiner ihnen für ihre Arbeit dankt - weder in dem Kriegsland noch zu Hause - inszenieren sich die Soldaten selbst als Helden.

"The Hurt Locker" folgt einer amerikanischen Einheit im Irak, die auf Bombenentschärfungen spezialisiert ist. Die Kamera nimmt die Perspektive der Soldaten unter den schweren Schutzanzügen und den Helmen ein, heftet sich an ihre Fersen.

Die amerikanische Regisseurin zeigt ausführlich die Handgriffe und das Handwerk des Krieges. Das Hantieren mit Drähten und Zangen, die schwere Materialität der Ausrüstung, die Hitze, die unerträgliche Anspannung, die Angst.

In ihrem Film hat der Feind kein Gesicht, letztlich ist es ein Kampf mit dem Kriegsmaterial gegen anderes Kriegsmaterial. Hier tritt die Hightech-Ausrüstung der Amerikaner gegen die selbst gebastelten Bomben der irakischen Terroristen an.

Weil keiner den Soldaten für ihre Arbeit dankt – weder werden sie zu Hause als Kriegshelden gefeiert, noch danken ihnen die irakische Bürger für minenfreie Strassen – inszenieren sie sich selbst als Helden. Sie übernehmen die Gesten und Bewegungen von Kinoactionstars, deren lässige Art der Gefahr ins Auge zu sehen.

"The Hurt Locker" basiert auf den Erfahrungen des Journalisten Mark Bowl, der eine Bombenentschärfungseinheit im Irak begleitete und seine Beobachtungen ins Drehbuch einfließen ließ."Der Krieg ist eine tödliche Sucht" heißt es im Vorspann. Bigelow lässt keinen Zweifel daran, dass es hier um den Thrill des Todes, um den Adrenalin-Schock, geht.


Filmhomepage [url=http://thehurtlocker-movie.com/
"" target="_blank"]"The Hurt Locker"[/url]

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