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Vollbild | Beitrag vom 04.04.2020

"Tatort" in der CoronakriseVorerst ist Dienstschluss für Borowski

Moderation: Susanne Burg

Axel Milberg sitzt im blauen Anzug an einem Tisch und blick skeptisch. (NDR/Christine Schroeder)
Wann es beim "Tatort" weitergeht, ist ungewiss. Am 10. Mai läuft immerhin noch der bereits abgedrehte Film "Borowski und der Fluch der weißen Möwe". (NDR/Christine Schroeder)

Am 18. März fiel beim "Tatort" wegen Corona die vorerst letzte Klappe. Schon da fühlten sich die Schauspieler unsicher, sagt NDR-Ermittler Axel "Borowski" Milberg. Er warnt schon mal vorsorglich vor "Corona-Filmen" mit Anschlussfehlern.

Eigentlich sollte der neue Tatort "Borowski und die Angst der weißen Männer" bis zum 1. April abgedreht werden, aber am 18. März war vorzeitig Schluss. "Da war schon Unruhe im Team, Unruhe bei den Darstellern. "Wann wird denn endlich abgebrochen? Wie lange denn noch? Wir können uns am Set ja gar nicht schützen‘", erzählt der Tatort-Darsteller Axel Milberg im Gespräch.

"Auf der anderen Seite wollte irgendwie auch fast jeder weiter arbeiten, weil man ahnte oder befürchtete, was ist, wenn ich keine Arbeit mehr habe? Aber diese Alternative: kein Job, kein Geld oder ich riskiere meine Gesundheit, das war ja keine gute Wahl."

Gerade mal die Hälfte der Drehtage geschafft

Bei dem neuen Tatort geht es um Hass gegen Frauen und Hetze im Netz – mit Gruppen von radikalisierten Männern, die dicht gedrängt in einem Raum stehen. Einige der Szenen wurden sogar noch gedreht. Aber insgesamt war bei Drehabbruch gerade mal die Hälfte der Drehtage geschafft. "Die Hälfte fehlt nun, und da hat man natürlich ein mulmiges Gefühl", so der Schauspieler. "Szenen, die wir gedreht haben, müssen wir wahrscheinlich noch mal drehen, weil sie unter quarantäne-ähnlichen Zuständen gedreht wurden und entsprechend auch eine gewisse Sterilität da war."

Wann es nun weiter geht, ist bislang unklar. Die Hoffnung ist, Ende Mai, Anfang Juni die Arbeit wieder aufzunehmen. Und trotzdem wird es wohl das Genre der "Corona-Filme" geben, so Axel Milberg, in denen die Anschlüsse nicht stimmen, weil zu unterschiedlichen Jahreszeiten gedreht wurde. "Stellen Sie sich vor, man fährt in einer Winterlandschaft zu einem Ort im Film und fährt, wenn die Bäume wieder grün sind, wieder zurück."

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