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Kompressor | Beitrag vom 25.09.2018

Syrischer Karikaturist Garabet"Ich arbeite sehr viel mit schwarzem Humor"

Fares Garabet im Gespräch mit Max Oppel

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(Stephan Röhl, CC BY-SA 4.0)
Ausstellungseröffnung "Cartooning Syria" (Stephan Röhl, CC BY-SA 4.0)

Fares Garabet ist einer der bekanntesten Karikaturisten der arabischen Welt. Seit zwei Jahren lebt der Syrer in Dresden. Nun sind Bilder von ihm in der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin zu sehen.

Die Ausstellung "Cartooning Syria" zeigt Arbeiten von verschiedenen Karikaturisten, vor allem aus Syrien - darunter auch von Fares Garabet. Mehr als 30 Jahre hat er seine Karikaturen in Syrien veröffentlicht, bevor er 2016 nach Deutschland kam. "Natürlich kann ich jetzt auch Assad karikieren." Das wäre für ihn in Syrien unmöglich und "Selbstmord" gewesen, erklärt Garabet.

In Syrien Karikaturist zu sein habe für ihn bedeutet, dass er in seinen Zeichnungen nicht unbedingt das kritisieren konnte, was er wollte. "Irgendwann kommt dann der Punkt,  wo du spürst als Karikaturist, dass du eigentlich nicht mehr das machst, was du machen willst." In Deutschland habe er wieder diese Möglichkeit.  

"Wir leben auch nicht im Paradies"

Als der Krieg in Syrien ausgebrochen sei, habe sich für ihn die Gefahr erhöht. Irgendwann habe er sich entscheiden müssen. "Da habe ich dann beschlossen, das Land zu verlassen, weil es gab eine echte Gefahr, dass eines Tages die Geheimpolizei vor der Tür steht und mich ins Gefängnis wirft." Das Risiko habe er dann nicht eingehen wollen.

Besucher bei der Ausstellungseröffnung von "Cartooning Syria" in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin (Stephan Röhl, CC BY-SA 4.0)Besucher bei der Ausstellungseröffnung von "Cartooning Syria" in der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin (Stephan Röhl, CC BY-SA 4.0)

Dass es auch in Deutschland Grenzen gebe, sei ihm am Beispiel des Karikaturisten Dieter Hanitzsch klar geworden.  Die "Süddeutsche Zeitung" hatte sich nach Antisemitismus-Vorwürfen wegen einer Karikatur von ihm getrennt. "Anscheinend hat auch in Deutschland wohl jede Zeitung ihre politische Ausrichtung, und da gibt es Grenzen, die man nicht überschreiten kann. Und wir leben auch nicht im Paradies", sagt Garabet.

Wie er mit der schwierigen Lage in Syrien bei seinen Zeichnungen umgeht? "Ich arbeite sehr viel mit schwarzem Humor", sagt Garabet. Er möchte, dass der Betrachter anfange zu lächeln, wenn er die Karikatur sehe - und anfange nachzudenken.  "So male ich, so zeichne ich meine Karikaturen - ganz egal, ob es um Idlib geht oder um irgendein anderes Problem auf der Welt."    

(mhn)

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