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Interview | Beitrag vom 12.09.2018

Syrien und die BundeswehrKommt ein Vergeltungsschlag mit deutscher Beteiligung?

Thomas Wiegold im Gespräch mit Ute Welty

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Ein Tornado-Jet der Bundeswehr steht am 13.01.2018 auf der Airbase in Al-Asrak in Jordanien. (picture-alliance / dpa / Michael Kappeler)
Von der Ausstattung her wäre eine Teilnahme kein Problem, sagt Verteidgungsexperte Thomas Wiegold. (picture-alliance / dpa / Michael Kappeler)

Die Bundesregierung prüft eine Teilnahme an westlichen Vergeltungsschlägen gegen Syrien nach einem möglichen Giftgaseinsatz. Die Ausrüstung für so einen Einsatz habe die Bundeswehr "auf jeden Fall", sagt der Verteidigungsexperte Thomas Wiegold.

Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat sich schon einmal positioniert. Beteiligt sich die Bundeswehr nach einem Giftgaseinsatz in Syrien an einem Vergeltungsschlag der Westmächte, dann ist das völkerrechts- und grundgesetzwidrig. Doch wäre Deutschland überhaupt in der Lage dazu? Die Bundeswehr und ihre Ausstattung haben nicht den allerbesten Ruf - der Beteiligung an einem Kampfeinsatz steht das aber nicht im Weg, meint der Verteidigungsexperte Thomas Wiegold.

Bundeswehr ist entsprechend ausgerüstet 

Die Ausrüstung dafür habe die Truppe "auf jeden Fall", sagt Wiegold im Deutschlandfunk Kultur. Es sei ärgerlich, dass von manchen auf politischer Seite ein bisschen vorschnell gesagt werde, die Bundeswehr könne das nicht. "Dann versteckt man sich ein bisschen hinter dieser angeblichen technischen Unzulänglichkeit, um keine rechtliche oder politische Entscheidung treffen zu müssen."

Tornados müssten nicht in syrischen Luftraum fliegen

Als Beispiel nannte Wiegold den Vergeltungsschlag von USA, Frankreich und Großbritannien im April. Die Briten hätten damals von Zypern aus vier Tornados mit Marschflugkörpern aufsteigen lassen. "Und genau diese Ausstattung hat die Bundeswehr auch." Man verfüge über Marschflugkörper, die mindestens 350 Kilometer weit flögen. "Das heißt mit anderen Worten, wie damals die Briten würden auch deutsche Jagdbomber gar nicht in den syrischen Luftraum hineinfliegen müssen, sondern könnten weit weg draußen über dem Mittelmeer diese Marschflugkörper starten und auf vorher programmierte Ziele in Syrien abfeuern."

"Keine Luftschlachten"

Hinzu komme, dass es sich um eine "sehr kurze, sehr begrenzte Aktion" handele, so Wiegold. "Wir reden hier ja nicht über Luftschlachten, über einen langen Krieg, über lange Auseinandersetzungen, über dauerhafte Einsätze." Der Vergeltungsschlag der Westmächte gegen Syrien in April etwa habe "irgendwann in der Nacht angefangen und wenige Stunden, vielleicht vier Stunden später war alles durch". Anders denken müsse man hingegen denken, wenn es um eine längere Verpflichtung gehe. "Dann ist in der Tat die Frage, kann sich die Bundeswehr - das gilt auch für ander europäische Streitkräfte - noch ein zusätzliches Mandat aufhalsen."

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