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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.04.2018

Syrien-Gipfel in AnkaraNur Waffen können noch den Frieden erzwingen

Volker Perthes im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Das Bild zeigt syrische Kinder in einem Keller. Sie suchen Schutz vor Luftangriffen in der Stadt Duma in der umkämpften Region Ost-Ghuta. (AFP / Hamza al-Ajweh)
Syrische Kinder im Keller: Angst vor dem nächsten Luftangriff (AFP / Hamza al-Ajweh)

Heute findet ein Syrien-Gipfel in Ankara statt: Die Türkei, der Iran und Russland wollen versuchen, einen Weg aus Krieg und Gewalt zu finden. Die Syrer selbst haben dafür nicht mehr die Kraft, meint der Politikwissenschaftler Volker Perthes.

Die Türkei, der Iran und Russland: Das sind vermutlich die drei Länder, die über die Zukunft Syriens bestimmen. Eigentlich, sagt Volker Perthes, sollten das die Syrer selbst tun. Allerdings gebe es "kaum noch eine Kraft in Syrien, die selber konstruktiv den Weg zum Frieden finden könnte", sagte der Leiter der Stiftung Wissenschaft und Politik im Deutschlandfunk Kultur. Insofern bleibe derzeit gar nichts anderes übrig, als auf andere Staaten und deren militärische Macht zu setzen. Mit dieser könnten Russland, der Iran und die Türkei zumindest ein Ende der Kämpfe erzwingen. Vielleicht sei danach ja wieder "Platz für einen politischen Prozess", sagte der Politikwissenschaftler.

Der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), Volker Perthes 2015 (dpa / picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert)Volker Perthes: Wo ist die Strategie des Westens? (dpa / picture alliance / Klaus-Dietmar Gabbert)

Perthes berät seit einigen Jahren den UN-Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, er wurde zu den UN-Gesprächen für den Friedensprozess in Syrien hinzugezogen. Doch beim Syrien-Gipfel in Ankara sind die Vereinten Nationen heute nicht dabei. Auch der Westen guckt nur zu. Eine westliche Syrien-Agenda gebe es einfach nicht, kritisierte Perthes. Türken, Iraner und Russen wüssten zumindest, was sie wollen. Das sei im Westen nicht der Fall. "Wenn wir uns die jüngsten Äußerungen von Präsident Trump anhören, dann wissen wir auch nicht so genau, ob es hier überhaupt noch eine amerikanische Strategie gibt", sagte er. (ahe)

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