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Rang I | Beitrag vom 23.02.2019

Stück "Angela I" in BremenMerkel blickt als Theaterfigur auf ihre Kanzlerschaft zurück

Katja Hensel im Gespräch mit Susanne Burkhardt

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Schauspielerin Silke Buchholz als Angela Merkel in einer Szene des Theaterstücks "Angela I" der Bremer Shakespeare Company. Sie sitzt an einer Tafel vor Weinflaschen und Gläsern. (Marianne Menke)
Schauspielerin Silke Buchholz als Angela Merkel in dem Theaterstück "Angela I" der Bremer Shakespeare Company (Marianne Menke)

Die Bremer Shakespeare Company probt gerade an einem Stück über Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Angela I" solle weder ein Biopic noch eine "Kabarett-Nummer" werden, sagt die Autorin des Stücks, Katja Hensel - und erklärt ihr risikoreiches Unterfangen.

Raute oder Nicht-Raute – das ist eine der Fragen, die man sich derzeit in Bremen stellt. Dort probt gerade die Bremer Shakespeare Company an einem Stück über Bundeskanzlerin Angela Merkel, einem Königinnendrama mit dem Titel "Angela I". Geschrieben hat das Stück die Dramatikerin und Schauspielerin Katja Hensel.

Wenn sich das Theater mit tagesaktuellen Stoffen befasst, ist das nicht ohne Risiko und geht gerne schief. Warum also hat sich Katja Hensel dennoch darauf eingelassen? Die Bremer Shakespeare Company sei mit der Bitte um so ein Stück auf sie zugekommen, sagt Hensel, ehemaliges Mitglied der Company. Außerdem beschäftige sie sich ohnehin viel mit politischen Stoffen, so Hensel. Mit "Angela I" habe sie weder ein "Biopic noch so ne Kabarett-Nummer" machen wollen.

Porträtfoto der Dramatikerin und Schauspielerin Katja Hensel. Sie hat das Stück "Angela I" geschrieben. (sofafotografie)Die Dramatikerin und Schauspielerin Katja Hensel. Sie hat das Stück "Angela I" geschrieben. (sofafotografie)

Das Stück ist rein fiktiv und spielt in einer nahen Zukunft, "wo sie gar nicht mehr Kanzlerin ist". Darin ist Angela Merkel eine Person, "die sich noch nicht gänzlich von der Politik zurückgezogen hat – die nicht wirklich loslassen kann und sieht, wie sich dieses Land weiterentwickelt – und die das Gefühl hat, sie müsse darauf reagieren." Auch ihre Entscheidung aus dem Jahr 2015 wird darin eine Rolle spielen. So wird die Kanzlerin kritisch auf die ihr vorgeworfenen "Alleingänge" zurückschauen.

Vorbereitet auf die Arbeit am Stück hat sich Katja Hensel vor allem durch Lektüre von Merkel-Biografien, Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und die Beschäftigung mit dem Thema Macht. Besonders Angela Merkel, so Hensel, sei ja eine Person, die sehr polarisiert. Die einen seien voller Sympathien – den anderen treibe die Zornesröte ins Gesicht: "Ich kenne niemanden, der ihr gegenüber eine neutrale Haltung hat – das finde ich auch interessant für das Theater".

Dass auch die berühmte Geste der Raute bei der Bremer Uraufführung nicht fehlt, verriet Katja Hensel bereits: eineinhalb Mal zeige Hauptdarstellerin Silke Buchholz sie.

Katja Hensels Stück "Angela I", ein Königinnendrama, wird am Donnerstag (28.2.) von der Bremer Shakespeare Company uraufgeführt – in der Regie von Stefan Otteni. In unserem Kulturmagazin "Fazit" hören Sie dann ab 23.05 Uhr die Kritik dazu.

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