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Fazit / Archiv | Beitrag vom 20.04.2017

Studio Migration in Bremerhaven Raum für Geschichten von Flucht und Vertreibung

Simone Eick im Gespräch mit Andrea Gerk

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Besucher vor dem Eingang zum Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven (aufgenommen 2008) (picture alliance / dpa / Wolfgang Weihs)
Das Deutsche Auswanderermuseum hat seine Ausstellung um das "Studio Migration" ergänzt. (picture alliance / dpa / Wolfgang Weihs)

Im Deutschen Auswanderermuseum in Bremerhaven soll Angst in Neugier verwandelt werden. Die Direktorin Simone Eick erzählt von dem neuen Kommunikationsort "Studio Migration", in dem Besucher von ihren Erfahrungen mit Migration berichten können.

"Wir haben hier nicht nur die Geschichte der deutschen Überseeauswanderung, sondern auch die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland", sagte die Direktorin des Deutschen Auswanderermuseum in Bremerhaven, Simone Eick, im Deutschlandradio Kultur. "Am Ende dieses Rundgangs durch die Migrationsgeschichte kann man dann zukünftig ab Samstag im Studio Migration sich selbst in den Mittelpunkt stellen." Besucher könnten ihre Meinung zu aktuellen Migrationsdebatten kund tun oder ihre eigene Familiengeschichte erzählen, wenn es darin Flucht, Vertreibung oder Arbeitsmigration gegeben habe.

Erzählte Geschichte

"Wir haben ein neues Oral-History-Archiv und der Raum bietet ganz viele Möglichkeiten für museumspädagogische Programme", sagte Eick. Die Wissenschaftler führten audiovisuelle Interviews mit interessierten Besuchern - und diese Filme könnten dann später von anderen Besuchern beim Museumsbesuch angesehen werden. In einem neuen Tonstudio könnten demnächst auch Talk Shows aufgezeichnet werden, die dann auf der Webseite des Museum stehen. 

Viele Fragen zum Thema Identität

"Was wir festgestellt haben mit der Zunahme gesellschaftlicher Debatten zum Thema Einwanderungsland, dass wir immer stärker bei Besuchern Fragen hatten zum Thema Identität", sagte Eick über den Ursprung der Idee für das Studio Migration. Gleichzeitig sei zu erkennen gewesen, dass es viele Ängste in der Mehrheitsgesellschaft gebe, aber auch bei Migranten und ihren Nachkommen. "Die einen haben Angst vor Überfremdung, die anderen haben Angst vor rassischen Äußerungen bis zu gewalttätigen Übergriffen", sagte Eick. Deshalb sei das Thema Angst für das Studio Migration sehr zentral. Es werde versucht, mit den Besuchern mehr ins Gespräch zu kommen. Deshalb sei das Motto dieses Raums auch "Angst in Neugierde verwandeln". Dies ist auch der Name der Publikation, die das Museum zur Ausstellung herausgebracht hat. (gem)   

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