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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 27.07.2015

Studentenwohnung der Zukunft390 Euro für 26 qm Container

Von Verena Kemna

Eine undatierte Computergrafik zeigt das geplante Containerdorf in Berlin-Plänterwald. Das Containerdorf soll bis zu 400 Studenten eine Bleibe bieten. (Holzer Kobler Architekturen Berlin GmbH )
Computermodell des Containerdorfs im Plänterwald, in dem einmal bis zu 400 Studierende wohnen sollen (Holzer Kobler Architekturen Berlin GmbH )

Studenten haben in der Regel schlechte Karten auf dem Berliner Wohnungsmarkt, die Wohnungsnot ist groß. Abhilfe schaffen soll ein Containerdorf für Studenten, das derzeit im Stadtteil Plänterwald entsteht.

Plänterwald im Berliner Südosten. Keine hippe Studentengegend, keine Kneipen, keine Cafés. Stattdessen ein Supermarkt mit Parkplatz, Plattenbauten und ein großes leeres Baugrundstück. Nur wenige Meter von der Straße entfernt hängen Plakate an einem Bauzaun. Hier entsteht Deutschlands erstes Containerdorf für Studenten, heißt es da. Kathrin Wolf steht vor einem Schaucontainer, drückt ihr Gesicht gegen das Panoramafenster am schmalen Ende.

"Wir gucken ja jetzt durch die Scheibe in den Container, also von der kurzen Seite, dieses Fenster an der langen Seite muss man sich wegdenken und da gegenüber liegt das Bad. Wir  können jetzt mal kurz rumgehen..... Es ist winzig, aber eigentlich hat es alles drin. Es hat eine ebenerdige Dusche und ein Waschbecken und ein Klo, der Spiegel wird auch schon anmontiert, es ist eigentlich alles da."

"Klein, aber mein"

Alle Container haben die gleichen Maße, zweieinhalb Meter breit, fast drei Meter hoch und 12 Meter lang. 390 Euro Miete inklusive Heizung, Strom und W-LAN verlangt der private Investor. Ein gutes Angebot, findet die Studentin aus Hamburg. Klein, aber mein, sagt sie und lacht.

"Letzten Endes ist es die Hülle eines Containers und innen drin ist ein vollständig eingerichtetes 26- Quadratmeter-Apartment. Lieber Container als Platte, zumindest jetzt erstmal für mich."

Investor Jörg Duske lehnt im ersten Stockwerk an einem Geländer mit bunten Blumenkübeln aus Plastik. Die Treppen und Verbindungsgänge zwischen den Containermodulen sind aus durchsichtigen Metallgittern. Der Mann mit der giftgrünen Brille strahlt. Über Bauverzögerung, statische Probleme will er lieber nicht sprechen.

"Wir haben letztlich drauf los gebaut, um dieses Bauwerk fertig zu machen. Es lief nach einem groben Plan, jedes Detail musste hier vor Ort entschieden und gelöst werden, und das ist uns ja dann doch irgendwie gelungen, Gott sei Dank."

"Das wird bestimmt lustig werden"

Alle Container sind gedämmt, haben einen Boden aus Gussbeton. Außen schützt der Rost vor Witterung, die glatten isolierten Wände innen sind je nach Wunschfarbe gestrichen. Insgesamt sollen hier einmal 311 Apartments für 400 Studenten stehen. Extra-Container zum Waschen und Kochen sind geplant. Ein Bett vor dem Panoramafenster mit Blick über den Supermarkt, der weiße quadratische Tisch mit Stuhl, die zwei Kochplatten in der winzigen Küchenzeile, der weiße Schrank, die Einrichtung ist in allen Apartments gleich.

"Die Studenten sind zufrieden, die bestätigen uns, dass es ihren Vorstellungen und Erwartungen entspricht. Wir freuen uns drauf, wenn die dann alle einziehen, das wird bestimmt lustig werden."

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