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Kompressor | Beitrag vom 14.05.2021

Streit um Gedenkort für tote DDR-Gastarbeiter"Es gibt einen Unwillen, sich damit auseinanderzusetzen"

Andreas Bulmeyer im Gespräch mit Massimo Maio

Unter einer Brücke wurde eine Mauer mit den Gesichtern und den Namen zweier kubanischer Vertragsarbeiter bemalt. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Sebastian Willnow)
Die Gesichter und Namen der beiden mutmaßlich ermordeten Gastarbeiter wurden unter einer Brücke an eine Mauer gemalt. (picture alliance / dpa / dpa-Zentralbild / Sebastian Willnow)

Vor über 40 Jahren kamen zwei kubanische Gastarbeiter in Merseburg ums Leben. Eine Initiative fordert einen Gedenkort für sie. Die Stadt Merseburg reagiere aber zurückhaltend, sagt Andreas Bulmeyer, der Sprecher der Initiative.

Vor über 40 Jahren kamen in der DDR zwei kubanische Gastarbeiter ums Leben. Die Umstände ihres Todes wurden nie aufgeklärt. Andreas Bulmeyer, Sprecher der "Initiative 12. August", sagt, es gebe in sozialen Netzwerken Menschen, die angeben, Augenzeugen der Tat zu sein.

Den Fällen wurde nicht nachgegangen

"Auf diese Aussagen müsste die Staatsanwaltschaft Halle reagieren, tut das aber nicht", sagt Bulmeyer. Seine Initiative fordert seit 2019 einen Gedenkort für die Opfer.

Rechte und rassistische Gewalt sei in den letzten Jahren stärker in den medialen Fokus gerückt. Das Thema habe aber eine historische Komponente und eine Kontinuität, so Bulmeyer. Diese historische Komponente sei auch in der Bundesrepublik nicht ausreichend beleuchtet, aber in der DDR noch viel weniger.

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"Die DDR-Führung ist diesen Fällen nicht nachgegangen, weil das Konzept 'Rassismus' in der DDR gar nicht bestehen durfte", so Bulmeyer. Daher gebe es heute eine schlechte Informations- und Faktenlage dazu.

Widerwillen bei Städten und Behörden

In Merseburg gebe es einen Unwillen, sich mit diesem Fall zu beschäftigen. Diesem Unwillen stelle sich die Initiative entgegen und versuche, eine Öffentlichkeit für den Fall zu schaffen.

Grundsätzlich, so kritisiert Bulmeyer, gebe es in deutschen Behörden und Städten einen Widerwillen, sich mit der Geschichte von Rassismus am eigenen Ort auseinanderzusetzen. Das habe unterschiedliche Gründe, mutmaßt Bulmeyer und vermutet "mangelndes Problembewusstsein oder die Angst, die Stadt in einem schlechten Licht dastehen zu lassen".

Vor dem Amtsgericht Merseburg wurde ein Prozess gegen zwei Frauen und einen Mann eingestellt, die wegen Sachbeschädigung angeklagt waren. Sie hatten in Eigeninitiative unter einer Brücke einen Gedenkort für die beiden toten Gastarbeiter schaffen wollen und eine Mauer mit den Gesichtern und den Namen der Gastarbeiter bemalt.

(nih)

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