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Tonart | Beitrag vom 03.07.2018

Streit um EU-UrheberrechtsreformGut für die Musikindustrie, schlecht für die Kunst?

Florian Drücke und Frederic Döhl im Gespräch mit Mascha Dorst

Pfeile zeigen in Neon-Wolken / Arrows show in Neon Clouds (imago / Aeriform)
Über die Auswirkungen der Upload-Filter streiten die Experten. (imago / Aeriform)

Die Europäische Union will die Rechte der Urheber im Netz besser schützen. Die Musikindustrie begrüßt die Reform und glaubt, die Aufregung um die Upload-Filter sei übertrieben. Musikwissenschaftler Frederic Döhl widerspricht.

Florian Drücke betont, die Reform sei wichtig, um Rechteinhaber endlich fair zu beteiligen. Denn Plattformen wie YouTube gäben ihre Gewinne bislang nur unzureichend an Urheber weiter. Das ändere sich mit der Reform. "Alle partizipieren davon", meint der Vorsitzende des Bundesverbandes der Musikindustrie.

Der Musikwissenschaftler Frederic Döhl sieht es ähnlich, weist aber auf die Komplexität des Sachverhalts hin. Er gibt zu bedenken, dass sogenannte Upload-Filter, die urheberrechtlich geschützte Inhalte automatisch herausfiltern, noch nicht ausreichend funktionieren: "Es ist schwer vorstellbar, dass eine Technik das gut bewältigen kann", meint der Professor an der TU Dortmund. Die Aufregung um die Upload-Filter sei übertrieben, kontert Drücke.

Einig sind sich Drücke und Döhl, dass die Beteiligten in der Musikbranche einen größeren Anteil am Gewinn der Plattformen haben müssten. Dabei gehe es nicht nur um die Künstlerinnen und Künstler, sondern auch "um den Portier bei der Plattenfirma, der seine Miete bezahlen muss", sagt Döhl.

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