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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 24.01.2017

Strafverfolgung in ArgentinienSelbstjustiz oder Selbstverteidigung?

Von Francisco Olaso

Eine große Menschenmenge hat sich zu einer Demonstration zusammen gefunden. Sie halten Transparente hoch, um gegen die mangelhafte Justiz in Argentinien zu protestieren. (Deutschlandradio / Victoria Eglau)
Bürger in Buenos Aires protestieren gegen mangelhafte Justiz (Deutschlandradio / Victoria Eglau)

Im vergangenen Jahr kamen allein in der Provinz Buenos Aires 96 Menschen bei Überfällen ums Leben. Im selben Zeitraum wurden aber auch 56 Verbrecher getötet, ohne dass die Tatumstände geklärt sind. Fälle von Selbstjustiz häufen sich in Argentinien.

Viele Argentinier haben das Gefühl, dass die Kriminalität in ihrem Land überhandnimmt und dass die Polizei oft sogar mit den Verbrechern unter einer Decke steckt. Bei Diebstahl und bewaffnetem Raub belegt Argentinien statistisch gesehen den sechsten Platz unter den 24 Ländern Lateinamerikas und der Karibik.

Die Bestrafung von Tätern selbst in die Hand zu nehmen scheint oft die logische Konsequenz, die Fälle häufen sich in den vergangenen Monaten. In der Debatte um die Selbstjustiz zeigt sich die tiefe Spaltung der argentinischen Gesellschaft. Argentiniens Justizminister appelliert unterdessen an die Menschen, Ruhe zu bewahren, wenn sie beraubt werden, und auf Sicherheitskräfte und Gerichte zu vertrauen. Ein Witz in einem Land, in dem Polizeibeamte und Kriminelle unter einer Decke stecken und die Mühlen der Justiz ewig mahlen, meint der argentinische Autor unserer heutigen Weltzeit.

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