Seit 05:05 Uhr Studio 9

Donnerstag, 28.05.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Echtzeit | Beitrag vom 04.04.2020

Stillstand in Zeiten von CoronaIn der Schwebe

Moderation: Susanne Balthasar

Beitrag hören Podcast abonnieren
Eine durchsichtig scheinende Qualle schwebt schwerelos im dunklen Ozean. (EyeEm/Sylvie Gagelmann)
Alles ruht – und doch nicht: Seit Wochen hält uns das Coronavirus in einem merkwürdigen Schwebezustand. (EyeEm/Sylvie Gagelmann)

Wir beleuchten verschiedene Facetten des Schwebens: die Illusion der Schwerelosigkeit beim Ballett, dekonstruktivistische Gebäude, die zu schweben scheinen - und den Schwebezustand, in den man gerät, wenn man wegen der Coronakrise unerwartet in Guatemala festsitzt.

Seit Wochen hält uns das Coronavirus in einem merkwürdigen Schwebezustand, der für alle neu sein dürfte. Zum einen, weil die gesamte Menschheit betroffen ist. Zum anderen, weil keiner weiß, wie lange dieser Zustand dauert und welche Folgen er hat –  nicht nur für die Wirtschaft, sondern auch für unser gesellschaftliches Miteinander.

Wir nehmen in der Echtzeit die Krise zum Anlass, um ganz grundsätzlich über den Schwebezustand nachzudenken, und zwar auch in ganz anderen Bereichen: in der Architektur, im Tanz, beim Träumen. Eine Corona-Geschichte haben wir dann aber doch: Sie führt uns in den Dschungel Guatemalas, also dorthin, wo man das Virus erstmal nicht erwartet. So ging es auch Dutzenden Gästen des Hotels "Utopia", die die Warnungen ignorierten und einfach in ihrem Urlaubsglück verharrten. Jetzt sitzen sie im "Utopia" fest, und die Besitzer berichten unserer Autorin, wie die eigentlich so gechillten Urlauber zu einer unberechenbaren Quarantäne-Gemeinschaft mutieren.

Nur scheinbar einstürzende Neubauten

Im Tanz, im klassischen Ballett, geht es ganz häufig um den Schwebezustand, um die Illusion der Schwerelosigkeit. Besonders ein Effekt soll sie erzielen, man nennt ihn "Ballon", es ist die Wirkung, im Sprung für einen Augenblick in der Luft "stillzustehen", für den klassischen Tänzer alles andere als leicht.

Und dieser unmögliche Stillstand hat sich auch in einer Architekturepoche manifestiert: Dem Dekonstruktivismus. Wir sprechen mit Wolf D. Prix, Gründer des Wiener Büros "Coop Himmelb(l)au" über Gebäude, die so aussehen, als ob sie gleich einstürzen würden.

Mehr zum Thema

Performerin Florentina Holzinger - "Für diese Show lernen wir jetzt fliegen"
(Deutschlandfunk Kultur, Rang I, 15.2.2020)

Coronapandemie - Raus aus dem Panikmodus!
(Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 3.4.2020)

Pater Anselm Grün zu Quarantäne - "Eine Schweigezeit ist eine gute Empfehlung"
(Deutschlandfunk, Interview, 2.4.2020)

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur