Stichwahl für die Präsidentschaft in Guatemala
Aussichtsreichster Kandidat bei der Stichwahl für die Präsidentschaft in Guatemala ist der frühere Geheimdienstchef Otto Pérez Molina. Seine Rolle im Bürgerkrieg, dem mehr als 200.000 Menschen zum Opfer fielen, ist umstritten. Seine Einheiten waren für Massaker an der Zivilbevölkerung verantwortlich.
Er selbst dagegen sieht sich als "Friedensgeneral", denn er unterzeichnete als einziger Offizier im Namen des Militärs das Friedensabkommen, mit dem 1996 der fast vierzig Jahre dauernde Bürgerkrieg offiziell beendet wurde. Pérez Molina bestreitet jede direkte Verantwortung an Folter und Mord, wer ihm dafür Beweise bringe, verkündete er, solle sie vorlegen. Seinen Wahlkampf bestreitet er mit nur einem einzigen Thema: eine harte Hand gegen die hohe Kriminalität im Land.
Nach dem Friedensschluss ist das Land nicht zur Ruhe gekommen. Guatemala ist heute eines der gewalttätigsten und korruptesten Länder der Welt. Die massiven Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs vor allem an der indigenen Landbevölkerung sind bis heute kaum aufgearbeitet, politische Morde sind an der Tagesordnung. Geahndet werden sie selten.
Bei den letzten Parlaments- und Kommunalwahlen vor vier Jahren mussten am Ende über vierzig Kandidaten von den Wahllisten gestrichen werden: Sie waren während des Wahlkampfs ermordet worden. Unter dem aus dem Amt scheidenden Mitte-Links-Präsidenten Àlvaro Colom hat es erste Versuche gegeben, die Straflosigkeit zu bekämpfen und den Einfluss des Militärs einzudämmen. Mit der Rückkehr der Harten Hand durch Ex-General Pérez Molina dürfte dieser Kurs zu Ende sein.
In einem Gespräch mit dem Radiofeuilleton schildert Dokumentarfilmer Uli Stelzner seine Dreharbeiten in Guatemala und spricht über die Schwierigkeiten seinen aktuellen Film "La isla - die Insel" überhaupt in Guatemala vorzuführen.
Nach dem Friedensschluss ist das Land nicht zur Ruhe gekommen. Guatemala ist heute eines der gewalttätigsten und korruptesten Länder der Welt. Die massiven Menschenrechtsverletzungen während des Bürgerkriegs vor allem an der indigenen Landbevölkerung sind bis heute kaum aufgearbeitet, politische Morde sind an der Tagesordnung. Geahndet werden sie selten.
Bei den letzten Parlaments- und Kommunalwahlen vor vier Jahren mussten am Ende über vierzig Kandidaten von den Wahllisten gestrichen werden: Sie waren während des Wahlkampfs ermordet worden. Unter dem aus dem Amt scheidenden Mitte-Links-Präsidenten Àlvaro Colom hat es erste Versuche gegeben, die Straflosigkeit zu bekämpfen und den Einfluss des Militärs einzudämmen. Mit der Rückkehr der Harten Hand durch Ex-General Pérez Molina dürfte dieser Kurs zu Ende sein.
In einem Gespräch mit dem Radiofeuilleton schildert Dokumentarfilmer Uli Stelzner seine Dreharbeiten in Guatemala und spricht über die Schwierigkeiten seinen aktuellen Film "La isla - die Insel" überhaupt in Guatemala vorzuführen.