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Interview / Archiv | Beitrag vom 16.01.2020

Steffi Stephan über "Lindenberg!""Das ist ein reeller Spiegel dieser Zeit"

Moderation: Ute Welty

Udo Lindenberg und Steffi Stephan live in der HDI-Arena in Hannover. (picture-alliance/Geisler-Fotopress)
Udo Lindenberg und der Bassist Steffi Stephan stehen nun schon seit Jahrzehnten gemeinsam auf der Bühne. (picture-alliance/Geisler-Fotopress)

Seit 50 Jahren machen Udo Lindenberg und der Bassist Steffi Stephan zusammen Musik. Der Weggefährte lobt den Film "Lindenberg! Mach Dein Ding", der auch diese Freundschaft zeigt, und hat dafür seinen Afghanen-Mantel aus dem Schrank geholt.

Die Verfilmung des Lebens der Rocklegende Udo Lindenberg kommt heute in die deutschen Kinos. Sein Weggefährte Steffi Stephan ist von dem Biophic der Regisseurin Hermine Huntgeburth "Lindenberg! Mach Dein Ding" sehr begeistert. Nun sei entscheidend, wie der Film vom Publikum angenommen werde. 

"Das ist ein reeller Spiegel dieser Zeit", sagt der Bassist, der im Film von dem Schauspieler Max von der Groeben dargestellt wird. Er habe nur einmal eingegriffen, als dieser einen falschen Afghanen-Mantel angezogen habe. "Ich hatte so einen sehr kostbaren, roten, ganz langen, der eigentlich ungewöhnlich war." Da er das Original immer noch im Schrank hatte, habe er ihn der Requisite zur Verfügung gestellt. "Ganz zum Schluss im Film taucht er dann auf mit meinem Mantel."

Max von der Groeben (l), Schauspieler, und Steffi Stephan, Rockmusiker, bei der  Premiere des Kinofilms "Lindenberg! Mach dein Ding!". (picture-alliance/dpa/Christian Charisius)Der Schauspieler Max von der Groeben (l) verkörpert Steffi Stephan im Film. Gemeinsam traten sie bei der Hamburger Premiere auf. (picture-alliance/dpa/Christian Charisius)

Stephan, der mit Lindenberg das Panikorchester einst gründete und seit 50 Jahren mit ihm zusammen arbeitet und befreundet ist, betonte, dass es sich um einen Spielfilm handele, der reale Geschichten mit Fiktion vermische. Gefehlt habe ihm nur die gemeinsame Studienzeit in Münster, als Lindenberg und er Musik studierten und dort das Panikorchester gründeten. Die Produzenten hätten anschließend gesagt, dass sie davon nichts gewusst hätten. "Dann haben sie weder meine Biografie noch die von Udo richtig gelesen." Aber es sei eben auch ein Film über Lindenberg. "Dass ich da so eine große Rolle spiele, ist eine große Ehre für mich."

Gemeinsamer Swing von Anfang an 

Es sei verrückt, dass Lindenberg und er schon 50 Jahre lang gemeinsam Musik machten. "Das ist allein schon fast ein Alleinstellungsmerkmal." Dass er mit Lindenbergs Schwester einen gemeinsamen Sohn habe, habe zwischendurch zu Spannungen geführt. Es erfülle beide Musiker mit "Stolz in der Stimme", dass sie schon so lange zusammen arbeiteten und Freunde seien.

"Als Bassist fährt man auf so eine Welle ab und so eine besondere Welle, die hat Udo", sagt der Bassist Stephan über seine erste Begegnung mit Lindenberg. Es handele sich um einen Swing, der die beiden verbinde. Bass und Schlagzeug seien die maßgeblichen Instrumente für den Rhythmus einer Band. "Die lassen die Band entweder grooven oder eben halt nicht", so der Musiker, "Das hat einfach unheimlich gut geklappt."

(gem)

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