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Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.04.2019

Start des 36. Internationalen FrauenfilmfestivalsErprobung neuer Taktiken in der politischen Krise

Maxa Zoller im Gespräch mit Gabi Wuttke

Porträt der neuen Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln: Maxa Zoller. (dpa)
Die neue Leiterin des Internationalen Frauenfilmfestivals Dortmund | Köln: Maxa Zoller. (dpa)

Das 36. Internationale Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln steht unter dem Motto "Bilderfallen: Täuschung, Tarnung, Maskerade". Die neue Leiterin Maxa Zoller will mit dem Publikum in einen Dialog über verdeckte und verdrängte Geschichten treten.

"Mit dem Publikum ein aktives Spiel spielen zu können – mit Filmen, die einen austricksen, wenn man nicht ganz genau hinschaut. Das ist eine Falle, die wir stellen", darum gehe es beim 36. Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund und Köln, das in diesem Jahr unter dem Motto "Bilderfallen: Täuschung, Tarnung, Maskerade" steht, erklärt Festivaldirektorin Maxa Zoller im Deutschlandfunk Kultur. "Unser Publikum soll mitmachen und gut aufpassen, dass sie nicht drauf reinfallen". Zum anderen habe dieses Motto "sehr viele tolle Themen entstehen lassen, denn Bilderfallen haben wir in unseren Körpern, in der Geschichte, in unserer Gesellschaft. Es ist ein visuell sehr starkes Thema."

Mit den Fake News spielen

Das Thema des Austricksens stamme aus der Postmoderne, erklärt Zoller, als die 68er-Bewegung zu einem Stopp gekommen sei und man andere Taktiken der politischen Kritik habe finden müssen. "Und vielleicht ist das wie so eine Zeitspirale, die nun wieder kommt: Wir kommen wieder in so eine politische Krise im Moment – und man braucht andere Taktiken, eben zum Beispiel dieses Mitspielen mit den Fake News, anstatt zu sagen: Aber ich weiß, wo's lang geht."

Blinde Flecken in der Geschichtsschreibung

Zoller berichtet zudem, ihr sei nach 20 Jahren im Ausland aufgefallen, dass in Deutschland die eigene Geschichte nicht ausreichend analysiert werde, dass es durchaus blinde Flecken in der deutschen Geschichtsschreibung gebe. Diese wolle man im Rahmen des Festivals in den Fokus nehmen, besonders in der Sektion "Neue Archive". Hier würden Geschichten gezeigt, die man zunächst "für wahr nimmt, für echt hält. Aber wenn man genauer hinsieht, erkennt man, dass darunter, unter dem Teppich, noch sehr viel Anderes liegt."

(can)

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