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Fazit / Archiv | Beitrag vom 12.03.2012

Städel-Direktor kontert Kritik an Kulturförderung

Max Hollein attestiert "Spiegel"-Autoren Populismus

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Max Hollein, Direktor des Frankfurter Städel (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Max Hollein, Direktor des Frankfurter Städel (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Max Hollein, Direktor des Städel Museums in Frankfurt, hat sich deutlich von den Ideen der vier Kultur-Experten distanziert, die im "Spiegel" einen radikalen Umbau der Kulturförderung fordern. Die Thesen seien extrem pauschal und nicht durch Zahlen belegt.

Durch die übermäßige Betonung von "Angebot und Nachfrage" bekämen die Ideen der vier Autoren einen verqueren und fast schon populistischen Zug, sagte Hollein. Seiner Einschätzung nach gingen die Besucherzahlen bei Museen auch nicht – wie behauptet – zurück. Die Annahmen des "Spiegel"-Textes seien extrem pauschal und nicht durch Zahlen belegt, kritisierte Hollein.

Sicher erreiche man mit bestimmten Kulturangeboten nicht die gesamte Gesellschaft, sagte Hollein. Dennoch gebe es momentan eine Kunst- und Kulturbegeisterung, die breite Bevölkerungsschichten teilten. Das sei sicherlich auch eine Folge des Konzepts "Kultur für alle", betonte er. Hollein warf den Autoren eine "simplifizierte" und teils falsche Sicht der Dinge vor. Kulturpolitik sei auf Grund des Föderalismus in Deutschland komplex und auch dazu da, Gewachsenes zu erhalten und weiterzuentwickeln. Deutschland werde um seine kulturelle Dichte beneidet, betonte Hollein.

Ähnlich äußerte sich auch der Intendant des Münchner Volkstheaters, Christian Stückl. Man könne Kultur nicht nur nach marktwirtschaftlichen Kriterien beurteilen, sagte er. Eine Halbierung der Theaterlandschaft wäre eine Katastrophe, so Stückl. Schon heute werde täglich an den Theatern darüber nachgedacht, wo man noch Kosten drücken könne.

Einer der Autoren des "Spiegel"-Artikels, Michael Opitz, verteidigte im Deutschlandradio Kultur hingegen den Vorschlag, die Kulturförderung radikal umzubauen. Die Kultur stehe in Deutschland wirtschaftlich und von ihrer Zielsetzung her vor dem Kollaps, sagte er. Der "Apparat" sei an seine Grenzen gelangt und erstarrt und sorge nicht mehr für Innovation. Was jetzt notwendig sei, sei eine "ordnungspolitische Betrachtung" des Systems Kultur, verlangte der Professor für Kulturmanagement.

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