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Alte Musik / Archiv | Beitrag vom 06.05.2020

St. Joachimsthal im ErzgebirgeSilberfunde steigern Kirchenmusik

Von Stefan Menzel

In einem weißen Stein sind deutlich Silberadern zu sehen. (imago images / blickwinkel)
Natürliches Silber im Gestein war ein Reichtumsquell vor allem im Erzgebirge. (imago images / blickwinkel)

Um 1500 war St. Joachimsthal im Erzgebirge ein Ort voller Silberminen. Der Reichtum der Stadt zeigte sich auch in der Musik, in seiner mehrstimmigen, prächtigen Kirchenchormusik - auch Figuralmusik genannt. Diese prägte die Umgebung weit und breit.

"Ins Tal, ins Tal; mit Mutter mit all!", lautete eine geflügelte Redewendung in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Gemeint ist St. Joachimsthal auf der böhmischen Seite des Erzgebirges. Reiche Silberfunde verhalfen dem verschlafenen Örtchen zu einem unglaublichen wirtschaftlichen Aufschwung, auf dessen Höhepunkt die Bevölkerung der Bergstadt jene Leipzigs um das Doppelte übertraf.

Durch Silber zu musikalischem Reichtum

Bis die Minen in den 1560er-Jahren versiegten, war St. Joachimsthal zugleich ein kulturelles Zentrum, dessen Wirkungsradius sich bis nach Wittenberg ersteckte. Stefan Menzel von der Universität Freiburg rekonstruiert das Joachimsthaler Figuralmusikrepertoire und untersucht den Einfluss der Bergstadt auf die mitteldeutsche Musikkultur.

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