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Zeitreisen / Archiv | Beitrag vom 28.12.2011

Spieler, Störer, Grenzverletzer

Besetzen Hacker den letzten Raum für gesellschaftliche Utopien?

Von Vera Linß

Eine Maske von Aktivisten des internationalen Hacker-Netzwerks "Anonymous" (AP)
Eine Maske von Aktivisten des internationalen Hacker-Netzwerks "Anonymous" (AP)

Streben Hacker die Rolle einer fünften Gewalt an? In unserem Alltag sind sie jedenfalls ständig präsent. Ob spektakuläre Enthüllungen durch Wikileaks oder das Knacken von Datennetzwerken und Hardware: Fast täglich erreichen uns Meldungen über Hackeraktivitäten.

Auch wenn diese Aktionen umstritten sind, als Korrektiv gesellschaftlicher Fehlentwicklungen sind Hacker für viele inzwischen kaum noch wegzudenken. Das war nicht immer so. Die Hackerszene hat sich jedoch seit ihrer Entstehung Ende der 80er-Jahre erheblich gewandelt. Zunächst war es pure Neugier auf das Innenleben technischer Geräte, die sie antrieb.

Später reizte sie die Sucht nach dem Kick, der eintrat, wenn sie Systeme der NASA, von Universitäten und Telekommunikationsunternehmen gehackt oder Computerwürmer erzeugt hatten und die ganze Welt darüber sprach. Sie waren die ersten, die eine breitere Öffentlichkeit auf Sicherheitslücken und die Anfälligkeit von Computersystemen aufmerksam machten.

Gleichzeitig entwickelten sie ein Bewusstsein über die Verantwortung, die durch den Zugriff auf sensible Daten und die Entdeckung von Sicherheitslücken entsteht. Es entstand eine Hackerethik, die bis heute gültig ist. Inzwischen gibt es eine neue Hackergeneration.

Die Szene ist internationaler geworden. Zum Teil wurde Hacken kommerzialisiert, das heißt, Firmen und Staaten stellen Hacker in ihre Dienste, weil sie erkannt haben, dass sie damit ihre eigene Sicherheit erhöhen können. Die Hackerszene ist aber auch politischer geworden und genießt dafür mehr gesellschaftliche Anerkennung denn je.

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