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Konzert / Archiv | Beitrag vom 27.04.2017

spectrum concertsIntensiv innig

Live aus dem Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

Der Cellist und Konzertveranstalter Frank S. Dodge (Spectrum Concerts/Website)
Frank Dodge hat spectrum concerts gegründet und spielt auch selbst mit (Spectrum Concerts/Website)

Klarinette und Gitarre stehen im Mittelpunkt dieses besonderen Kammermusikabends der spectrum concerts Berlin mit Werken von Paul Hindemith, Mieczysław Weinberg, Johannes Brahms, Robert Helps und William Walton.

Die Musiker der spectrum concerts wurden oft als Wundertruppe, als Schatz- und Ausgräber und vor allen Dingen als Entdecker charakterisiert - das trifft es gut. Spectrum concerts Berlin ist ein offenes Projekt, das auf Begegnung zielt und eine ständige Repertoireerweiterung bietet. Seit 1988 gibt es die Reihe, die Frank Summer Dodge - Amerikaner in Berlin - gegründet hat. Unbekannte, ungewöhnliche Werke und Komponisten sollen in besonderen Konstellationen aufeinander treffen.

Als offenes Ensemble kann Spectrum in jedem Programm mit verschiedenen Besetzungen auftreten; die Programmgestaltung gewinnt dadurch größere Flexibilität und inhaltliche Dichte als bei Ensembles, die nur in einer gleichbleibenden Zusammensetzung spielen. Frank Dodge gewann für das Ensemble Musikerkollegen, die international als Solisten konzertieren, oder junge Künstler, die am Beginn ihrer Karriere stehen. Alle sind von dem gemeinsamen Wunsch beseelt, Kammermusik auf höchstem Niveau aufzuführen.

Spectrum concerts Berlin haben Komponisten wie John Harbison, Tison Street, David Del Tredici, Stanley Walden und Laura Schwendinger bekannt gemacht. Robert Helps wurde besondere Aufmerksamkeit zuteil, Ernst Toch oder Ursula Mamlock wurden vorgestellt. Vor allen Dingen interessieren Komponisten, die in ihrer Person schon einen kulturellen Brückenschlag ausleben - auch in der heutigen Folge, die unter dem Motto "Innigkeit" unter anderem Klarinette und Violoncello (im Eröffnungsstück des Multi-Instrumentalisten Paul Hindemith) oder Gitarre und Klavier (bei Robert Helps‘ konzentrierter Acht-Minuten-Miniatur "A Mixture of Time") miteinander konzertieren lässt.

Wirklich intensiv innig dürfte es dann bei Johannes Brahms spätem, melancholisch-resigniertem und dennoch erwärmenden a-moll-Klarinettentrio am Programmende zugehen, bei dem Gründervater Frank Dodge – wie vorher in zwei weiteren Stücken – auch persönlich mitspielen wird; was nicht mehr so oft vorkommt wie in den Startjahren, denn inzwischen hat der Ruf der "Spectrum Concerts", manifestiert auch in einem reichlichen Dutzend CD-Einspielungen, beispielsweise noch sechs weitere Cellisten von internationalem Rang in den Kreis des Ensembles gelockt.

Live aus dem Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin

Paul Hindemith
"Ludus Minor" für Klarinette und Violoncello

Johannes Brahms
Sonate für Klavier und Violoncello e‐Moll op. 38

ca. 20.50 Uhr Konzertpause

Mieczysław Weinberg
Sonate für Klarinette und Klavier op. 28

William Walton
"Five Bagatelles" für Gitarre

Robert Helps
"A Mixture of Time" für Gitarre und Klavier

Johannes Brahms
Trio für Klavier, Klarinette und Violoncello a‐Moll op. 114

Naomi Niskala, Klavier
Lars Wouters van den Oudenweijer, Klarinette
Eugenia Kanthou , Gitarre
Frank Dodge, Violoncello

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