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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 20.12.2017

SPD auf dem Weg zur RegierungsbeteiligungGut Ding will Weile haben

Caroline Fetscher im Gespräch mit Anke Schaefer

Die Bildkombo zeigt die drei Politiker jeweils bei der Ankunft im Foyer; Schulz telefoniert mit dem Handy; Merkel trägt eine Tasche. (M.Kappeler/M.Gambarini/dpa)
Die entscheidenden Figuren auf dem Weg zur nächsten GroKo: Horst Seehofer, Angela Merkel, Martin Schulz (M.Kappeler/M.Gambarini/dpa)

Die Regierungsbildung dauert und dauert. Kein Problem, meint die Publizistin Caroline Fetscher: Die Sozialdemokraten bräuchten nun einfach Zeit, um die Union von der Bürgerversicherung zu überzeugen.

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD sind erneut in Berlin zusammengekommen, um über Möglichkeiten einer Regierungsbildung zu sprechen. Drei Monate nach der Bundestagswahl ist noch immer völlig unklar, wohin die Reise geht: Erst scheiterte Jamaika, nun denken die Sozialdemokraten intensiv darüber nach, welche Rolle sie künftig einnehmen wollen. Noch nie hat es so lange gedauert, bis nach einer Bundestagswahl das neue Kabinett stand. 2013 waren es 86 Tage - diese Marke wurde gestern gerissen. 2017 hält nun den Rekord.

Caroline Fetscher (Deutschlandradio / Manfred Hilling)Kann warten: Caroline Fetscher (Deutschlandradio / Manfred Hilling)

Was viel kritisiert wird, findet die Publizistin Caroline Fetscher eher unproblematisch. Im Deutschlandfunk Kultur sagte sie, sie wisse nicht, woher die Aufregung darüber komme. Die Belgier hätten ein Jahr lang nur eine geschäftsführende Regierung gehabt - und die habe funktioniert. "Uns geht es im Moment hier wirtschaftlich gut - warum soll nicht verhandelt werden?"

Projekte "in der Tiefe" darlegen

Die SPD brauche Zeit, um vor allem die CSU von ihren großen Projekten zu überzeugen, sagte Fetscher. Als Beispiel nannte sie die Bürgerversicherung, die nun den Fachkollegen "in der Tiefe" dargelegt werden müsse. Gerade bei der Bürgerversicherung gebe es viele "Fehlwahrnehmungen und Ängstlichkeiten".

Die SPD-Gesundheitspolitiker wie beispielsweise Karl Lauterbach würden nun "eine ganze Weile" brauchen, um sie den Verhandlungspartnern inhaltlich nahe zu bringen - "und dann auch noch schmackhaft zu machen". Dass dafür Zeit gebraucht werde, sei keine Katastrophe, so Fetscher. (ahe)

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