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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.09.2019

Soziologin zu negativen MeToo-Folgen„Verunsicherung, mit der man umgehen kann“

Paula-Irene Villa im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Eine Frau und ein Mann gehen einen Flur in einem Bürogebäude entlang (Imago)
Das wird es vielleicht seltener zu sehen geben: Eine Studie besagt, dass manche Männer nach MeToo nicht mehr mit Frauen allein arbeiten wollen. (Imago)

MeToo hat auch negative Folgen, sagt eine US-Studie. Demnach gehen seit der Debatte Männer Frauen am Arbeitsplatz mehr aus dem Weg, und Frauen werden weniger eingestellt. Das sei nicht besorgniserregend, sagt die Soziologin Paula-Irene Villa.

Vor knapp zwei Jahren beschuldigten mehrere Frauen den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung und traten damit die MeToo-Debatte los. Seitdem ist viel gesprochen worden über sexuelle Gewalt, aber auch über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Der Hashtag #Metoo machte weltweit in den sozialen Netzwerken die Runde.

Doch eine US-Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die MeToo-Debatte durchaus auch negative Folgen für Frauen im Arbeitsleben hat: Männer gehen demnach Frauen häufiger aus dem Weg oder wollen nicht mehr mit ihnen auf Dienstreisen gehen. Frauen werden oft schon im Bewerbungsverfahren ausgemustert.

Die Soziologin Paula-Irene Villa warnt jedoch davor, die Ergebnisse der Studie zu skandalisieren: "Ich würde es lesen als eine Verunsicherung, mit der man umgehen kann."

Diese Verunsicherung sei normal und nachvollziehbar , weil es bei MeToo um Dinge gehe, über die lange Zeit "nicht hinreichend ernsthaft und genug" gesprochen wurde.

Wichtige Debatten durch MeToo ausgelöst

Durch MeToo sei einiges in Bewegung geraten, weltweit habe das Thema Kreise gezogen und zahlreiche Debatten ausgelöst, so Villa.

"Insgesamt würde ich das sehr positiv einschätzen, dass wir über diese Themen, die wirklich schwierige Themen sind und die sicher viel Verunsicherung enthalten, dass wir als Gesellschaft über diese Themen doch ziemlich nachhaltig und ernsthaft und in vielen Nuancen diskutieren; das ist sehr gut so."

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