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Kompressor | Beitrag vom 18.03.2020

Solidaritätsaktion in Berliner ClubszeneMit der virtuellen Clubmarke auf den virtuellen Dancefloor

Rosa Rave im Gespräch mit Max Oppel

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Eine Diskogugel in einem Club wird rot angestrahlt. (picture alliance/dpa/WRIGHT/RelaXimages)
Die Berliner Clubkultur soll auch in Zeiten von Corona weitergehen. Jetzt allerdings erst einmal per Livestream. (picture alliance/dpa/WRIGHT/RelaXimages)

In der Berliner Clubszene sind mehr als 9000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch Corona in ihrer Existenz bedroht. Die Initiative „United We Stream“, in der sich Clubs wie der Tresor und das Watergate engagieren, will sie unterstützen.

Mehr als 9000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und Zehntausende Kulturschaffende sind in Berlin durch die Coronapandemie schlagartig ohne Beschäftigung und Einkommen, schreibt die Initiative "United We Stream". Diese hat sich aus der Clubcommission Berlin, der Plattform Reclaim Clubculture und Medienpartnern wie Radioeins und Arte gebildet.

Spenden für einen Rettungsfonds

Ab Mittwoch werden von 19 bis 24 Uhr aus Clubs wie dem Tresor, dem Watergate oder der Grießmühle DJ-Auftritte gestreamt. Dabei sollen Spenden gesammelt werden – mit "virtuellen Clubmarken". Die Einnahmen fließen in einen Rettungsfonds, mit dem notleidende Clubs und Künstler und Künstlerinnen unterstützt werden sollen. Außerdem sollen acht Prozent davon an den Stiftungsfonds Zivile Seetnotrettung gehen.

Die virtuelle Clubmarke sei ein "digitales Dankeschön", sagt Rosa Rave, Sprecherin von Reclaim Clubculture, einem Netzwerk für alternative und emanzipatorische Clubkultur. Man könne einmalig oder auch regelmäßig spenden. Dass man sich in zwei Wochen "auf dem Dancefloor" wiedersehen werde - davon könne man derzeit nicht ausgehen, sagt sie.

"Es kommt auf die Resonanz des Publikums an"

Die gestreamten Veranstaltungen werden mit Kamerafahrten und Einblendungen - sogenannten Visuals - unterlegt. "Das ist ein ganz wichtiger Teil der Clubkultur", so Rosa Rave. Ob die Solidaritätsaktion erfolgreich sein wird, hänge jetzt vor allem von den Menschen selbst ab, sagt sie: "Es kommt auf die Resonanz des Publikums an und auf die solidarischen Strukturen, die in der Subkultur ganz wichtig sind."

In der größten Krise, die die Clubszene in Berlin wohl jemals erlebt habe, werde man nun versuchen, diese Strukturen zu mobilisieren, betont Rosa Rave.

(jde)

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