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Alte Musik | Beitrag vom 28.08.2019

Sokratis Sinopoul und "L’Achéron"Wenn Melancholie auf Hoffnung trifft

Von Bettina Schmidt

Der Lyraspieler sitzt auf einer Straße und spielt sein Instrument im Sitzen. (Sokratis Sinopoul / Sevi Tsoni)
Traditionelle spielt Sokratis Sinopoul seine Lyra mit einem kleinen Bogen. (Sokratis Sinopoul / Sevi Tsoni)

Die kretische Lyra ist ein kleines Streichinstrument, das Sänger für ihre Begleitung nutzen. Sokratis Sinopoul beweist nun, dass sich sein Instrument hervorragend auch für altenglische melancholische Trauermusik eignet.

Kein englischer Komponist verstand es so gut wie John Dowland, der Melancholie die schönsten Melodien zu schenken. Dabei gelang es ihm, den todtraurigen Momenten einen Hauch von Hoffnung einzuflößen, wie Sokratis Sinopoul und das Ensemble "L'Achéron" auf ihrer neuen CD  "Lachrimae" beweisen.

Das Gambenconsort hat mit seinen Instrumenten den Lyraspieler in seine Mitte genommen. (Sokratis Sinopoulos / Jean-Baptiste Millot)Zusammenschluss für Dowlands Musik: Sokratis Sinopoulos mit seiner Lyra inmitten des Gambenconsorts "L’Achéron" (Sokratis Sinopoulos / Jean-Baptiste Millot)

Im Altertum waren es zwei Instrumente, die für das Melancholische standen: zum einen die kretische Lyra, ein kleines, im wahrsten Sinne des Wortes zartbesaitetes Streichinstrument, das Sänger oft zur Begleitung nutzten, und zum anderen die Gambe, deren gedämpfter Ton die Stimmung exakt auffing. Nun sind beide vereint für John Dowlands altenglische Klagemusik.

Das Gambenconsort "L’Achéron" hat sich mit Sokratis Sinopoulos zusammen geschlossen, um Dowlands Musik neu zu interpretieren, denn hier treffen nun ein elisabethanisches Gambenconsort von vier Streichern auf die byzantinische Lyra. Das ergibt eine ungewöhnliche Mischung, die die mitteleuropäische Tonalität auf ganz eigene Weise erweitert.

Diese CD ist beim Label outhere music erschienen.

John Dowland
"Lachrimae"
ausgewählte Lieder und Tänze

Sokratis Sinopoulos, griechische Lyra
Gambenconsort "L’Achéron"

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