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Interview / Archiv | Beitrag vom 23.09.2014

Sigmund FreudÖdipus lebt

Der Psychologieprofessor Thomas Köhler über den Begründer der Psychoanalyse

Moderation: Sonja Gerth und Oliver Thoma

Der österreichische Psychoanalytiker Sigmund Freud kurz nach seiner Ankunft in London am 6. Juni 1938. (AFP)
Der österreichische Psychoanalytiker Sigmund Freud kurz nach seiner Ankunft in London am 6. Juni 1938. (AFP)

75 Jahre nach Sigmund Freuds Tod halten viele Psychologen seine Ideen für überholt. Thomas Köhler sieht dagegen Ansätze, die noch heute relevant sind und nennt den Ödipuskomplex. Ansonsten sei Freud eine "sehr gute Einnahmequelle" für Psychoanalytiker.

Was auf jeden Fall von Sigmund Freud bleibt, das sei die Couch, sagt Köhler und erklärt die Geschichte hinter dem Möbelstück. Freud ging es darum, bei den Gesprächen nicht ständig in Blickkontakt zu stehen, wie es bei einer Unterhaltung an einem Tisch mit zwei Stühlen üblich ist. Die Patienten sollten nicht aus seinem Gesicht lesen, was er dachte. Bis heute sei die Couch ein Ritual geblieben, sagt der Psychologe Thomas Köhler.

Ödipuskomplex ist noch aktuell

Freud sei bis heute einer der Großen der Wissenschaftsgeschichte gilt, weil beispielsweise der Ödipuskomplex weiterhin relevant sei. Allerdings müsse man sein Werk schon sehr genau lesen, um diese Relevanz zu erkennen. Die wichtigste Einsicht des Begründers der Psychoanalyse sei, dass das Denken nicht bewusst geschieht, sondern im Unbewussten, also in einem zweiten psychischen Prozess.

Was die Psychoanalytiker von Freud haben, sei vor allem eine "sehr gute Einnahmequelle", resümiert Thomas Köhler. 

Mehr zum Thema:

Sigmund Freud - Der Seelenforscher
(Deutschlandradio Kultur, Kalenderblatt, 23.09.2014)

Sigmund Freud - Der Mensch als Maschine
(Deutschlandfunk, Tag für Tag, 23.09.2014)

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