"Selfie" im Berliner Grips-Theater

Eine Party und der Filmriss

11:02 Minuten
Drei Schauspieler des Berliner Grips schauen gemeinsam in einen Spiegel.
Was geschah in der Nacht der Schulparty mit Emma - und welche Rolle spielt Chris dabei? Das Grips-Stück "Selfie" nimmt ein schwieriges Thema in den Blick. © David Baltzer / Bildbuehne.de
Maria Lilith Umbach im Gespräch mit André Mumot · 08.01.2022
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Eine dicke Mädchenfreundschaft, Schwärmerei für den Bruder der Freundin und eine ausufernde Schulparty mit Filmriss und Vergewaltigung: Das medienkritische Stück "Selfie" des Berliner Kinder- und Jugendtheaters Grips packt ein heikles Thema an.
Endlich wird mehr gesprochen über sexuelle Übergriffe. Opfer müssen sich nicht mehr schuldig fühlen und verstecken. Zugleich wird es gerade für Jugendliche immer schwieriger, einen unbefangenen Umgang mit ersten sexuellen Erlebnissen zu entwickeln – noch dazu, da es normal geworden ist, auch Intimstes auf den sozialen Meiden zu posten und öffentlich zu bewerten.
Das ist unter anderem das Thema des Stückes „Selfie“ der kubanisch-amerikanischen Autorin Christina Quintana, das derzeit am Berliner Kinder- und Jugendtheater Grips geprobt wird und in dessen Zentrum eine Vergewaltigung steht.

Loyalitätskonflikte gefährden die Freundschaft

Darum geht es: Lily und Emma sind beste Freundinnen. Fast genauso lange schwärmen Emma und Lilys Bruder Chris füreinander. Auf einer Schulparty kommen sich die beiden näher. Doch dann hat Emma einen Filmriss und kann sich am nächsten Tag nicht mehr an das erinnern, was in der Nacht passiert ist. Sie weicht Chris und Lily aus.
Dann kommt die Polizei und stellt an der Schule Fragen. Und Lily weiß plötzlich nicht mehr, was wichtiger ist: die Loyalität zu ihrem Bruder oder die Freundschaft zu Emma.

Beratung durch Hilfsorganisationen

Regisseurin Maria Lilith Umbach berichtet über schwierige Proben und große Verantwortung bei der Umsetzung eines heiklen Themas, das beim jungen Publikum durchaus in der Vergangenheit gemachte traumatische Erfahrungen wachrufen kann.
Auch deshalb habe sie Organisationen zurate gezogen, die bei sexueller Gewalt Hilfeleistungen anbieten. Gerade auch die Jungen im Publikum will Maria Lilith Umbach mit dieser Produktion erreichen. Es soll sie zu einer vertieften Auseinandersetzung mit ihrem Verhalten anregen.
(amu / mkn) 

"Selfie" am Grips in Berlin, Premiere am 20. Januar, 18 Uhr. Weitere Termine finden Sie hier.

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