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Sein und Streit | Beitrag vom 08.07.2018

Sein und Streit - die ganze SendungDas offene Europa in der Krise

Moderation: Simone Miller

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Das EU-Emblem in einem Stacheldrahtkreis (imago / Steinach)
Europa befestigt seine Grenzen - und findet keine gemeinsame Linie. (imago / Steinach)

Im Streit der EU über Asyl und Migration prallen nationale Ansprüche auf liberale und humanitäre Überzeugungen, Europa hadert mit seinem Selbstverständnis. "Sein und Streit" über eine Staatengemeinschaft in der Werte-Krise.

Der Rückzug hinter nationale Grenzen bringe niemanden weiter, sagte Jürgen Habermas in seiner Dankesrede für den Deutsch-Französischen Medienpreis. In seinen Augen hat Europa in den nächsten Jahren eine gewaltige Integrationsaufgabe zu leisten: die Integration der Europäer in ein supranationales Gebilde. Es komme darauf an, dass wir "über nationale Grenzen hinweg gegenseitig die Perspektive des jeweils anderen übernehmen."

Welche Verdienste sich Habermas als Vordenker einer europäischen Öffentlichkeit erworben hat, erklärt Axel Honneth im Gespräch mit "Sein und Streit". Und die Philosophin Svenja Flaßpöhler widmet sich dem Begriff der Freiheit im Liberalismus.

"Wir erleben die Folgen eines geistigen Umbruchs"
Axel Honneth im Gespräch mit Simone Miller

Nationale Autonomie vor europäischer Solidarität – so lässt sich die Kurswende von immer mehr EU-Staaten in jüngster Zeit zusammenfassen. Wie aber ist diese Wende zu erklären? Wo liegen die tieferen Gründe für das Auseinanderdriften der europäischen Gemeinschaft? Der renommierte Sozialphilosoph Axel Honneth versteht die aktuelle EU-Krise als Resultat einer tiefgreifenden Verschiebung im Freiheitsverständnis der europäischen Gesellschaften.

Der philosophische Wochenkommentar zum Asyl-Streit
Furcht und Freiheit – Der Ausverkauf des Liberalismus

"Recht und Ordnung durchsetzen" – das ist die einzige Formel, auf die sich die zerstrittene Union derzeit tatsächlich noch zwanglos einigen kann. Und auch FDP und AfD unterstützen diesen Grundsatz mit Blick auf den Asyl-Streit. Dieser Kurs sei nicht nur bezeichnend, sondern auch problematisch, argumentiert Svenja Flaßpöhler im philosophischen Wochenkommentar. Denn er verrate das Herzstück des Liberalismus.

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