Seit 01:05 Uhr Tonart

Mittwoch, 01.04.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Konzert / Archiv | Beitrag vom 18.03.2020

Seglerhaus am WannseePariser Mußestunden

Moderation: Olaf Wilhelmer

Beitrag hören
Ein Gemälde einer Frau in historischem Gewand, ihre Harfe festhaltend. (mago images / Artokoloro)
Rose Adélaïde Ducreux malte sich selbst mit ihrer wunderschön gearbeiteten Harfe, mit der sie in den Jahren um 1790 in Paris auftrat. (mago images / Artokoloro)

Paris war und ist musikalisches Zentrum. Mozart reiste in die Stadt, Chopin zog dorthin. Musikerkreise waren sehr aktiv, ebenso der Instrumentenbau: Bevorzugtes Instrument war die Harfe, oft in kammermusikalischer Kombination mit Blasinstrumenten.

Das geplante Konzert im Seglerhaus am Wannsee am 15. März 2020 konnte leider nicht stattfinden. Daher müssen wir unser Programm ändern und bieten Ihnen ein anderes musikalisches Highlight vom selben Ort.

Paris, Paris!

Wer es schaffte, als Musiker in Paris Aufmerksamkeit zu gewinnen, der hatte es geschafft. Und so reiste Wolfgang Amadeus Mozart zwei Mal in diese Metropole - einmal als Wunderkind mit seiner ganzen Familie, ein zweites Mal als junger aufstrebender Komponist in Begleitung seiner Mutter.

Glanzvolle Metropole?

Doch die große Liebe zur Stadt wollte sich bei ihm nicht einstellen: "Zu fuß ist es überall zu weit – oder zu kothicht, denn in Paris ist ein unbeschreiblicher dreck." Mozart versuchte dennoch, Anschluss an das Konzertleben zu finden, und so komponierte er auch Werke für jene Instrumente, die gerade en vogue waren, für die Harfe und die Flöte. Diese Werke sind ganz im Sinne des Publikums und der Auftraggeber besonders elegant und fließend.

Idealisiert gezeichnetes Porträt des Komponisten Ende 18. Jahrhundert. (imago images / United Archives International)Wolfgang Amadeus Mozart hofierte ungern die Adligen in Paris, dafür lieber die Musiker der Stadt. (imago images / United Archives International)

Bis in die Moderne hinein gehören diese beiden Instrumente zum Frankreich-Bild. Auch die Instrumentenbauerszene war in Paris aktiv und erfand zum Beispiel jene Harfe mit den vielen Pedalen, die ein einfacheres Spiel aller Töne der Tonleiter ermöglichen.

Und auch die Pariser Werkstätten der Holzblasinstrumentenbauer genießen bis heute einen besonderen Ruf. Nicht selten wurden Komponisten angesprochen, etwas Einzigartiges für die neu entwickelten Instrumente zu komponieren. Maurice Ravel und Claude Debussy schufen Werke in diesem Geiste.

Aufzeichnung des Konzertes vom 13. Januar 2019 im Seglerhaus am Wannsee

Maurice Ravel
Sonatine für Klavier fis-Moll
(Bearbeitung für Flöte, Viola und Harfe von Fabrice Pierre)

Giacomo Puccini
"Crisantemi" cis-Moll für Streichquartett
 
Albert Roussel
Impromptu für Harfe solo op. 21
 
André Jolivet
Sonatine für Flöte und Klarinette
 
Wolfgang Amadeus Mozart
Andantino aus Konzert für Flöte, Harfe und Orchester C-Dur KV 299
 
Claude Debussy
Zwei Tänze für Harfe und Streicher

Solisten des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin:
Maud Edenwald, Harfe
Ulf-Dieter Schaaff, Flöte
Peter Pfeifer, Klarinette
Andreas Neufeld, Violine
Franziska Drechsel, Violine
Andreas Willwohl, Viola (als Gast)
Jörg Breuninger, Violoncello
Hermann Stützer, Kontrabass

Mehr zum Thema

Opernbattle in Mailand 1771 - 1:0 für Mozart, Hasse verliert
(Deutschlandfunk Kultur, Alte Musik, 04.03.2020)

Musikinstrumente für Spitzenorchester - Warum eine Harfe 200.000 Euro kosten kann
(Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 15.12.2017)

Notre Dame de Paris - Nabel Frankreichs mit Hang zum Absoluten
(Deutschlandfunk, Information und Musik, 22.12.2019)

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur