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Tonart | Beitrag vom 25.08.2014

SchwerpunktHamburger Schule revisited

Analyse eines Pop-Phänomens

Von Martin Risel

Jochen Distelmeyer, Sänger und Kopf der deutschen Popband Blumfeld, beim Konzert der Gruppe am 19.7.2003 in Wiesbaden (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner)
Jochen Distelmeyer, Sänger und Kopf von Blumfeld, beim Konzert der Band in Wiesbaden im Juli 2003 (picture-alliance / dpa / Erwin Elsner)

"Hamburger Schule revisited – und was sie der deutschen Poplandschaft bringt" - das ist der Themen-Schwerpunkt der täglichen Tonart-Sendungen in der Woche vom 22. bis 29. August. Wir nehmen einige aktuelle Termine zum Anlass, uns intensiv mit einem deutschen Pop-Phänomen auseinanderzusetzen, das seit 25 Jahren einen nachhaltigen Einfluss auf viele Musiker und den Pop-Diskurs ausgelöst hat und bis heute fortwirkt – oder sogar gerade wieder neu angeregt wird.

Blumfeld war eine der maßgeblichen Bands der Hamburger Schule – diese Musterschüler gehen nach ihrer Trennung 2007 ab dem 27. August 2014 wieder in Originalbesetzung auf Tour. Wir sprechen darüber mit einem jungen Wissenschaftler über seine noch unveröffentlichte Doktorarbeit "Blumfeld und die Hamburger Schule".

Die Sterne sind eine weitere Band aus diesem Diskurs. Wir sprechen mit Sänger und Buchautor Frank Spilker darüber und natürlich über das neue Album "Flucht in die Flucht". "Ich gehöre nicht zur Hamburger Schule", sagt dagegen der Hamburger Niels Frevert im Gespräch zu seinem neuen Album "Paradies der gefälschten Dinge".

Von Blumfeld bis Koppruch

Die Sportfreunde Stiller (gerade auf Deutschland-Tournee) erklären, warum es keine Münchner - und Tiemo Hauer (gerade ein neues Album), warum es keine Stuttgarter Schule gibt – oder hat Hamburg vielleicht doch Lektionen erteilt für die gesamte deutsche Poplandschaft?
Das wollen wir auch erfahren von einem der führenden deutschen Pop-Germanisten, Professor Moritz Baßler und dem Hamburger Musikwissenschaftler Dr. Klaus Frieler.

Außerdem geht es um das Tribute-Album zu einem der größten Hamburger Songwriter, den zu früh verstorbenen Nils Koppruch. Und um die neuesten Schüler der Hamburger Schule: Trümmer lassen mit ihrem Debütalbum die Poplandschaft von Hamburg aus neu erblühen.

 

"Hamburger Schule revisited" – der Schwerpunkt im Überblick:

Freitag 22.8.

11.10 Uhr
Warum keine Münchner Schule und wo steht die deutsche Popmusik?

Wer international erfolgreich sein will, singt auf Englisch - das war einmal. Deutsche Bands wie die Sportfreunde Stiller singen auf deutsch und sind stolz darauf. Und auch die Themen, die sie behandeln, haben sich geändert. Antworten von den Sportfreunden Stiller - Beitrag Kerstin Poppendieck


Montag, den 25.8.

11.10 Uhr
Keine Renaissance der Hamburger Schule

Der sogenannte Diskursrock der Hamburger Schule, also gitarrenlastiger Indierock mit intellektuellen Texten, hat heute wenig Chancen auf ein Comeback, sagt der Musikwissenschaftler Klaus Frieler. Anders als in den 1990er-Jahren fehlten heute dafür die Voraussetzungen. Der Hamburger Musiker und Musikwissenschaftler Klaus Frieler im Gespräch

16.10 Uhr
Warum eigentlich keine Stuttgarter Schule?

Das Magazin "Rolling Stone" fand seine Texte "gefühlsduselig". Doch Tiemo Hauer, Nachwuchs-Hoffnung der deutschen Musikszene, stört das kein bisschen. Musik sei immer mit Gefühlen verbunden, sagt er: "Die einen empfinden das als gefühlsduselig, die anderen als total bewegend." Tiemo Hauer über sein neues Album "Camille"


Dienstag, den 26.8.

11.10 Uhr
Nils Koppruch Tribute - Die deutsche Popszene ehrt in memoriam einen der größten Hamburger Songwriter

Vor knapp zwei Jahren starb im Alter von nur 46 Jahren der Sänger und Gitarrist Nils Koppruch, früherer Frontmann der Band "Fink" und einer der wichtigsten Hamburger Musiker der letzten 20 Jahre. Jetzt erscheinen eine 12 CDs umfassende Werkschau des Künstlers sowie ein Tribute-Album. Ein Gespräch mit Rüdiger Ladwig, Compiler und Koppruch-Freund

16.10 Uhr
Die neuesten Schüler der Hamburger Schule

Mit ihren Texten wollen sie etwas verändern – da draußen in der Gesellschaft. Doch als Nachfahren der Hamburger Schule sehen sie sich nicht. Die drei Köpfe der Band Trümmer sind Mitte 20 und haben soeben ihr Debüt vorgelegt. Zum Debütalbum "Trümmer" des jungen Hamburger Rock-Trios ein Beitrag von Christoph Reimann


Mittwoch, den 27.8.


16.10 Uhr

Popmusik - Doktorarbeit über Blumfeld

Blumfeld haben sich zwar schon aufgelöst, gehen aber zum 20. Geburtstag ihres Albums "L'etat et moi" auf eine Tournee. Mit dem Album hat Blumfeld einen Meilenstein der Hamburger Schule gesetzt. Ein Gespräch mit Till Huber von der Uni Münster über seine noch unveröffentlichte Doktorarbeit: Blumfeld und die Hamburger Schule. 


Donnerstag, den 28.8.


11.10 Uhr

"Ich war nur der Sohn des Hausmeisters der Hamburger Schule"

Der Hamburger Niels Frevert textet konsequent deutsch, bekennt sich durchaus auch zum Schwülstigsein - allerdings in Maßen. "Ich schleiche mich ganz gerne an dieser Kitschgrenze entlang", sagte er im Interview.

16.10 Uhr
 (Audio)

Hamburger Schule lebt – viele junge Bands werden mit den Helden von früher verglichen – ob es ihnen nun gefällt oder nicht. Wie bedeutend ist die Band wirklich? Ein Gespräch mit dem Pop-Experten Professor Moritz Baßler von der Universität Münster


Freitag den 29.8.


16.10 Uhr

Die alte Generation ist zerstritten, die neue übt ein Miteinander

"Die Sterne" gehen zurück zu ihren rockigen, psychedelischen Wurzeln. "Flucht in die Flucht" heißt der Titel des neuen Albums, auf dem auch junge Musiker aus Hamburg zu hören sind. Es sei aber durchaus ein eigenständiger, besonderer Sound, sagt Frank Spilker, der Sänger der Band.

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