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Wortwechsel | Beitrag vom 30.08.2019

Schwarze Null und NegativzinsSparen zahlt sich nicht aus

Moderation: Birgit Kolkmann

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Euro-Scheine, aneinander gereiht (EyeEm/ Nicolas Vega)
Aufs Sparen zu setzen ist hierzulande - trotz schlechter Konditionen - nach wie vor populär. (EyeEm/ Nicolas Vega)

Sparen wird zurzeit nicht belohnt, sondern sogar bestraft. Schulden machen ist dagegen extrem billig. Trotzdem sparen viele Deutsche weiter. Die Politik debattiert über Sinn oder Unsinn eines Bundeshaushalts ohne neue Schulden. Sparen wir uns kaputt?

Die Herausforderungen sind groß für Deutschland. An vielen Ecken und Enden müsste in großem Stil investiert werden, um unter sich verändernden Bedingungen wettbewerbsfähig zu bleiben. Stichworte sind: Klimawandel, die wachsende Konkurrenz durch China, die vernachlässigte Infrastruktur im Lande und die zahllosen Schwachstellen im Bildungssystem.

Mantra von der Schwarzen Null

Vor diesem Hintergrund sagen Kritiker, dass es finanzpolitisch kurzsichtig und nicht nachhaltig sei, sich weiter an das Mantra vom ausgeglichenen Bundeshaushalt zu klammern.

Auf privaten Tagesgeld-Konten der Deutschen liegen andererseits insgesamt 2200 Milliarden Euro, die nicht investiert oder angelegt werden, weil die Möglichkeiten, dies sowohl halbwegs sicher als auch mit einem zumindest kleinen Ertrag zu tun, rar sind.

Sparsamkeit als Tugend

Sparsamkeit gilt in Deutschland seit Jahrhunderten als bürgerliche Tugend. Deshalb tut sich vielleicht auch die Politik bei uns schwerer als in manch anderem Land, davon abzurücken. Aufs Sparen zu setzen ist hierzulande - trotz Mini-Zins oder Negativ-Zins - nach wie vor populär und wird auch populistisch genutzt.

Sollte sich die Bundesregierung  von der "Schwarzen Null" im Bundeshaushalt verabschieden? Ist es vielleicht an der Zeit, weniger Geld auf die hohe Kante zu legen und stattdessen die Gunst der Stunde durch extrem niedrige Zinsen zu nutzen, um zukunftstauglich zu investieren? Und: Neigen Deutsche möglicherweise eher als andere Nationen zum Sparen – wenn ja, warum?

Es diskutieren:

Anja Hajduk, stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion 

Otto Fricke, haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

Robert Muschalla, Wirtschaftshistoriker und Ausstellungskurator  

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des Verbraucher-Ratgebers "Finanztip"

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