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Interview / Archiv | Beitrag vom 11.03.2020

Schulfach Musik Wenn der Mathelehrer Musik unterrichtet

Christian Höppner im Gespräch mit Ute Welty

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Musikunterricht an der Kreismusikschule im Landkreis Märkisch-Oderland.  (picture-alliance/dpa/ Patrick Pleul)
An den Schulen wird der Musikunterricht vernachlässigt. (picture-alliance/dpa/ Patrick Pleul)

Fast 80 Prozent des Musikstunden in der Grundschule fallen aus oder werden von Lehrern anderer Fächer unterrichtet. Das muss sich ändern, fordert Christian Höppner vom Deutschen Musikrat: Das Fach Musik sei genauso wichtig wie Lesen und Schreiben.

In den Grundschulen fehlen die Lehrkräfte für den Musikunterricht, beklagt Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates. Er legt eine Studie vor, die zeigt, dass bis zu 80 Prozent der Musikstunden ausfallen oder von fachfremden Lehrkräften angeboten werden. Die Untersuchung der Bertelsmann Stiftung in Zusammenarbeit mit der Konferenz der Landesmusikräte und dem Deutschen Musikrat belege das jetzt wissenschaftlich.

Forderungen an die Politik  

Die Grundschulen seien durch den Lehrermangel besonders betroffen, so Höppner. Dabei sei dies sei der Ort, wo alle Kinder mit Musikbildung erreicht werden könnten. "Und es sind die wichtigsten Jahre für Kinder und Jugendliche im Heranwachsen, in der Persönlichkeitsbildung." Die Kultusministerkonferenz, die Landesparlamente und Landesregierungen müssten endlich handeln. Auch die Eltern seien gefordert, in ihrem Wahlkreis mit den Abgeordneten zu reden.

"Alle sagen musikalische Bildung ist ganz wichtig, gerade in frühen Jahren, aber wenn man da sieht, was da passiert, dann ist das wirklich ein Trauerspiel", so Höppner. Dabei sei Musik genauso wichtig wie Schreiben und Lesen.

Positive Effekte der Musik

Christian Höpper findet, die künstlerischen Fächer und Sport seien für Kinder und Jugendlichen sogar die wichtigsten Fächer. "Es geht ja nicht um die Anhäufung von Faktenwissen, sondern die Musik in ihrer ganzen Vielfalt, die vermittelt natürlich den Zugang zu sich selbst und auch zum Anderen." All die positiven Effekte, die man der Musik zuschreibe, müssten in der Grundschule erlebt und gelernt werden. "Die Vielfalt der Musik kann nur professionell vermittelt werden."

Auch in den Kindertagesstätten sei die Lage desaströs. "Es findet fast nichts mehr statt", sagt Höppner. Wenn eine CD aufgelegt werde, sei das schon viel.  Das liege auch daran, dass die elementare Musikerziehung nicht mehr Teil der pädagogischen Ausbildung sei.

(gem)

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