Seit 10:05 Uhr Lesart
Montag, 08.03.2021
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 17.03.2017

Schriftsteller Karl-Markus Gauß"Das Salz Europas ist die Vielfalt der Kulturen"

Moderation: Klaus Pokatzky

Podcast abonnieren
Der Salzburger Essayist und Publizist Karl-Markus Gauss (picture-alliance/ dpa)
Der Salzburger Essayist und Publizist Karl-Markus Gauss (picture-alliance/ dpa)

Immer wieder widmet er sich den ethnischen Minderheiten in Europa. Der Schriftsteller, Essayist und Kritiker Karl-Markus Gauß trifft sie zum Beispiel auf seinen Reisen durch den Südosten des Kontinents. Aus Begegnungen mit Menschen werden Geschichten.

Wer sind die Gagausen? Europäische Nachbarn, eine der vielen ethnischen Minderheiten auf dem Balkan. Karl-Markus Gauß ist ihnen in Moldawien begegnet, auf seinen Reisen durch den Südosten Europas. Der österreichische Schriftsteller und Essayist sammelt Begegnungen mit Menschen und deren Geschichten, die kleinen des Alltags wie die großen Mythen von Identität und Anderssein.

"Ich bin davon überzeugt, dass der wahre Reichtum Europas – man könnte auch sagen: das Salz Europas –, die Vielfalt der Kulturen, Sprachen, Ethnien und Regionen ist. Die Union der Europäer, von der ich glaube, dass es sie geben sollte, sollte nicht nur von den staatstragenden Mehrheitsvölkern geformt werden, sondern auch von der Vielzahl von interessanten, kleinen und Kleinstnationalitäten."

Seine literarischen Reiseberichte zeigen den Beitrag "kleiner" Völker zur kulturellen Vielfalt unseres Kontinents, in ihnen begegnen wir aber auch den Gespenstern des Nationalismus, die vielerorts wiederkehren in Europa.

"Populismus ist ein ungenaues Wort"

"Populismus ist ein Wort, mit dem ich große Schwierigkeiten habe. Ich habe den Eindruck, das Wort ist wie eine Grube, in die man hineinsteckt, was einem nicht passt. Es ist ein ungenaues Wort. Und ich bin immer dafür, dass man Verhältnisse konkret beschreibt, auch um eine gewisse Wehrfähigkeit gegen diese Tendenzen zu entwickeln."

Und zurück am Schreibtisch im beschaulichen Salzburg seziert er die Lebenslügen der modernen Wissensgesellschaft.

"Schreiben macht mich zu einem besseren Menschen. Während des Formulierens bin ich sicher einer besser Mensch, als ich sonst bin. Ich bin auch gerechter. Beim Schreiben gelange ich über alle meine eigenen Begrenzungen hinaus."

Was fasziniert einen Essayisten und Literaturkritiker an der Lebenswirklichkeit eines bulgarischen Bettlers? Welche Rolle spielt dabei sein Vater? Wieso kann Ausbildung eine Waffe gegen die Ausgebildeten sein? Und wie genau kann man durchs Schreiben ein besserer Mensch werden? Das besprach Klaus Pokatzky mit Karl-Markus Gauß in der Sendung "Im Gespräch".

Mehr zum Thema

"Zwanzig Lewa oder tot" - Mit dem Weberschiffchen durch Zeit und Raum
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 01.02.2017)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Im Gespräch

Berlinale 2021Wie sehr vermissen Sie das Kino?
Barrieren mit dem Aufdruck der Berlinale-Bären stehen auf einem leeren, roten Teppich. (picture alliance / dpa / Lukas Schulze)

Eine Berlinale ohne Kinos, ohne Fans am roten Teppich: Corona hat auch das weltgrößte Publikumsfestival ins Digitale gedrängt. Die Festivalkinos sind dicht, wie alle Säle im Land. Gerade jetzt feiern wir das Kino – und freuen uns auf Ihre Filmtipps!Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur