Schließung eines linken Kulturzentrums: Mehr als 100 Verletzte bei Krawallen in Turin

Bei Protesten gegen die Schließung eines linken Kulturzentrums in der norditalienischen Großstadt Turin ist es zu schweren Krawallen gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizisten und teils vermummten Demonstranten wurden nach Angaben der Behörden mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt. Zehn Menschen wurden festgenommen. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gibt es keine genaueren Angaben. Am Samstag hatten Schätzungen zufolge etwa 15.000 Menschen an einer Kundgebung teilgenommen, die sich gegen die Räumung des Kulturzentrums kurz vor Weihnachten richtete. Als aus der Menge Steine und Brandsätze in Richtung der Polizei geworfen wurden, setzten Ordnungskräfte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die rechtsgerichtete Ministerpräsidentin Meloni sprach von einem Angriff auf den Staat und "versuchter Tötung". Sie bezog sich damit auf ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein am Boden liegender Polizist von Vermummten mit Fußtritten traktiert und geschlagen wird. Dabei war auch ein Hammer zum Einsatz gekommen. Der 29Jährige wurde nach Angaben der Behörden erheblich verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Aus der linken Szene wiederum kommen wiederholt Vorwürfe, dass die Behörden zwar hart gegen linke Einrichtungen vorgingen, gegen die Besetzung von Häusern durch Rechte aber nichts unternähmen.