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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 04.02.2015

Schleswig-HolsteinNachrichten aus der Provinz

Von Dietrich Mohaupt

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Kinder sitzen um ein Lagerfeuer herum. (AFP / Elvis Barukcic)
Tausende Touristen lockt das Biikefeuer im Februar nach Nordfriesland. (AFP / Elvis Barukcic)

Wenn einem die Nachrichten ausgehen, macht man sie einfach selbst. In der Provinz von Schleswig-Holstein fällt das nicht schwer. Einige Themen kommen jedes Jahr wieder - wie das berüchtigte Biikebrennen in Nordfriesland.

Alle Jahre wieder: zwölf Monate – 52 Wochen – 365 Tage. Alle Jahre wieder die Standardthemen hierzulande. Das neue Jahr und die Alle-Jahre- wieder-Themen sind so sicher wie, na ja, das Rauschen der Wellen. Die einen hört man schon im Schlaf, die anderen, also die kann jedes Nordlicht im Schlaf aufsagen. Hier also der immerwährende Themen-Kalender von, in und für Schleswig-Holstein.

Da wäre zum Beispiel das Biikebrennen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts lodern an der nordfriesischen Küste und auf den Inseln und Halligen immer am 21. Februar die großen Feuer. Schon Mitte Februar sind die Zeitungen voll mit Hintergrundgeschichten rund um die historischen Wurzeln der Biikefeuer. Dass die Anfänge dieser Tradition in Dunklen liegen erfahren wir, dass man im Mittelalter mit dem Feuer wohl böse Geister vertreiben und die Saat schützen wollte und dass später die Frauen auf den Inseln die Feuer an den Stränden entzündeten, um ihre zum Walfang auslaufenden Männer zu verabschieden. Eine Sylter Legende berichtet, dass die Inselfrauen mit den Biikefeuern nebenbei auch den dänischen Männern auf dem Festland signalisierten: Wir sind wieder allein und brauchen Hilfe – bei der Arbeit und bei "anderen Dingen". Na ja, wie gesagt – eine Legende! Fakt ist, dass die Biikefeuer inzwischen Jahr für Jahr tausende Touristen nach Nordfriesland locken.

Top-Themen in der Ferienzeit

Apropos Touristen – die strömen spätestens ab Ostern beziehungsweise Pfingsten und natürlich im Sommer in mehreren großen Wellen in das Land, angelockt von Sommer, Sonne, Strand und Meer. An den Stränden von Nord- und Ostsee sind dann auf engstem Raum so exotische Fremdsprachen wie Sächsisch, Schwäbisch oder das breite westfälische Platt zu hören. In den Zeitungen und den Fernseh- und Radionachrichten dominiert die ausführliche Berichterstattung über die Buchungslage in den Ferienorten –und über die beliebten Staus auf den Autobahnen im Land. Jedes Jahr das gleiche Spielchen: Immer wieder die gleichen Stauwarnungen für bestimmte Autobahnabschnitte, immer wieder die gleichen Mega-Staus an genau diesen Stellen, und vor allem immer wieder das gleiche Phänomen: Gefühlt schießen ausgerechnet zur Ferienzeit die Baustellen wie Pilze aus dem Boden.

Übrigens auch eine typische Begleiterscheinung der Kieler Woche. Jedes Jahr so ab Mitte Juni beschleicht einen das ungute Gefühl, dass irgendjemand offenbar den Verkehr in der Landeshauptstadt möglichst komplett zum Erliegen bringen will. Überall werden Baustellen eingerichtet, die nichts Gutes ahnen lassen für den Gästeandrang zur Kieler Woche Ende des Monats. Immerhin rund drei Millionen Besucher lockt das größte Segelsportereignis der Welt an – das inzwischen auch zum größten Volksfest Nordeuropas mutiert ist. Mehr als 2.000 Einzelveranstaltungen in der ganzen Stadt, darunter einige hundert Konzerte, jede Menge Groß- und Traditionssegler auf der Förde, dazu historische Dampfschiffe, Marineschiffe aus aller Welt – klingt ja eigentlich ganz toll, ist aber – ganz ehrlich – für viele eher ein Grund, Ende Juni nicht in Kiel zu sein.

Mehr zum Thema:

Schleswig-Holstein - Wir können alles außer Fußball
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 14.1.2015)

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