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Interview | Beitrag vom 12.09.2018

Schlechte Kartoffelernte 2018"Die Pommes werden kürzer ausfallen"

Holger Hennies im Gespräch mit Julius Stucke

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Ein Bauer hält Kartoffeln in der Hand  (Agence Producteurs Locaux Damien Kühn / Unsplash)
Besonders dick werden die Kartoffeln in diesem Jahr nicht ausfallen - der Sommer war zu heiß und zu trocken. (Agence Producteurs Locaux Damien Kühn / Unsplash)

2018 ist kein gutes Kartoffeljahr - zu heiß, zu trocken war der Sommer. Viele neue Sorten kommen Jahr für Jahr auf den Markt. Die Kartoffelbauern seien vor allem an robusten Knollen interessiert, die Krankheiten und Klimawandel trotzen, sagt Bauer Holger Hennies.

Holger Hennies mag Kartoffeln am liebsten geviertelt und aus dem Backofen, schön kross. Wie viele andere Deutsche liebt er die vielseitige Erdknolle, die als urdeutsches Nahrungsmittel gilt, jedoch ein Einwanderer aus Südamerika ist.

Bis zu 30 Prozent höhere Preise

Der Kartoffelbauer und Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen weiß indes: 2018 ist kein gutes Kartoffel-Erntejahr. Mit einem Minus von zehn bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist zu rechnen. Angesichts geringerer Ernteerträge wegen des langen, heißen und sehr trockenen Sommers drohen Verbrauchern jetzt bis zu 30 Prozent höhere Kartoffelpreise.

(dpa)Jedes Jahr wollen an die 200 neue Sorten auf den Kartoffelmarkt. Robuste sind besonders begehrt. (dpa)

"Die Pommes werden dieses Jahr eher kürzer ausfallen", sagt Hennies. Die Kunden würden in den Supermarktregalen aus Deutschland vor allem kleine Kartoffeln vorfinden.

Doch auf der diesjährigen Fachmesse PotatoEurope im niedersächsischen Springe gehe es nicht nur um dieses Thema. Im Mittelpunkt stünden neue Kartoffelsorten – an die 200 drängten Jahr für Jahr neu auf den Markt, sagt Hennies.

Die alten Sorten sind anfälliger

Dabei komme es vor allem auf robuste Sorten an, die Krankheiten und den Auswirkungen des Klimawandels besser trotzen könnten. "Gerade für den Bio-Anbau brauchen wir robuste Sorten, wenn man keine chemischen Bekämpfungsmittel einsetzt."

Und wie steht es mit den vielbeschworenen alten Sorten? Bei denen versuche man, bestimmte vorteilhafte Gene herauszuholen und weiterzuzüchten. Er baue auf seinem Hof auch alte Sorten an, die über 200 Jahre alt seien, aber: "Die leiden nach meiner Erfahrung viel mehr unter den Klimaschwankungen als die neuen Sorten. Die Züchtung hat da schon Fortschritte gemacht in den letzten 200 Jahren."

So seien etwa die alten Wildkartoffeln anfällig für eine bestimmte Art der Fäule – durch Einkreuzung günstiger Eigenschaften neuer Kartoffelsorten versuche man dieses Problem zu bekämpfen.

(mkn)

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