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Tonart | Beitrag vom 18.11.2019

Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington"Dem Jazz Relevanz zurückgeben"

Wolf Kampmann im Gespräch mit Carsten Beyer

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Porträt der US-Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington. Sie steht in der Ecke zweier grauer Sichtbetonwände und berührte diese mit Ihren ausgestreckten Armen. (Delphine Diallo)
Die US-amerikanische Schlagzeugerin Terri Lyne Carrington (Delphine Diallo)

Am renommierten Berklee College in Boston leitet Terri Lyne Carrington das Institut für "Jazz and Gender Justice". Jetzt ist das Album "Waiting Game" der Schlagzeugerin erschienen – ein Aufbegehren gegen Gewalt, Unterdrückung und Homophobie.

Terri Lyne Carrington war eine der ersten Schlagzeugerinnen, die sich in der Männerdomäne des Jazz durchsetzen konnten. Anfangs als Exotin bestaunt, muss sie inzwischen nicht mehr ihr Terrain verteidigen, sondern kann sich den Themen widmen, die ihr auf der Seele brennen.

Auf dem neuen Album mit ihrer Band, die nicht von ungefähr "Social Science" heißt, sind das vor allem politische und gesellschaftliche Fragen. Doch nicht nur textlich, auch musikalisch hat sich Terri Lyne Carrington keine Grenzen gesetzt: Der stilistische Rundumschlag dieser Schülerin von Herbie Hancock reicht von Jazz, Fusion, HipHop, Funk, R&B bis hin zu freier Improvisation.

Die Jazzmusikerin und Berklee-Dozentin Terri Lyne Carrington bei Proben im Tonstudio in Berklee. (Erik Jacobs)Die Jazzmusikerin Terri Lyne Carrington ist eine Schülerin von Herbie Hancock. (Erik Jacobs)

"Sie sagt: Der Jazz ist die Freiheit, auf alle diese Mittel zurückzugreifen", berichtet der Musikjournalist Wolf Kampmann. "Terry Lyne Carrington möchte dem Jazz Relevanz zurückgeben. Sie sagt: Es geht im Jazz viel zu oft einfach nur um Jazz, es muss aber wieder um andere Dinge gehen, um die Leute zu erreichen. Und deshalb braucht sie das gesprochene Wort, sowohl im Rap als auch in der Spoken-Word-Performance. Deshalb hat der HipHop so einen großen Schwerpunkt auf diesem Album."

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