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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 09.02.2017

Schauspielerin Julia JentschAls Bären-Gewinnerin in der Berlinale-Jury

Moderation: Britta Bürger

(picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
Julia Jentsch wird gemeinsam mit ihren sechs Kollegen über die Vergabe des berühmtesten deutschen Festivalpreises entscheiden. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Ausreichend Schlaf zu bekommen - das hat sich Julia Jentsch für die nächsten Tage vorgenommen. Keine leichte Aufgabe als Jurorin während der Berlinale, aber unabdingbar für das cineastische Urteilsvermögen, findet die Schauspielerin.

"Meine Vorbereitung wird sein, natürlich jeden Film mit der gleichen Aufmerksamkeit anzuschauen, möglichst wach zu sein, also dafür zu sorgen, dass ich genug Schlaf bekomme. Das ist das Wichtigste denke ich, was man mitbringen kann, um allen Filmen und den Machern, die dahinter stehen angemessen zu begegnen mit dem nötigen Respekt."

Auch darüber, nach welchen Kriterien sie die Filme beurteilt, sprach Julia Jentsch:

"Mein Kriterium ist der Moment, wo mich plötzlich ein Film, die Geschichte, die Bilder oder die Figuren, so reinzieht, dass ich eigentlich wie in meinem Sitz hochgezogen werde und mir nichts entgehen lassen möchte, was dort passiert, was sich in den Gesichtern abspielt, was ich an Tönen höre, was ich sehe und eigentlich eben nicht mehr über irgendwelche Kriterien nachdenke."

Gebürtige Berlinerin

Mit dem Amt in der internationalen Wettbewerbsjury kommt die gebürtige Berlinerin, die mittlerweile in der Schweiz lebt, an den Ort zurück, an dem sie aufwuchs und wo auch ihre erstaunliche Karriere begonnen hat. Schauspielerin wollte die Tochter zweier Juristen schon sehr lange werden.

"Das ist eben so lange ich irgendwie zurückdenke und mich erinnere an Theaterbesuche, Opernbesuche, Tanztheater, dass das für mich immer ganz besondere Erfahrungen waren, so wenn Film einen verändert oder man ihn noch lange mit sich trägt. Das waren so Momente, die haben in mir was verändert. Es war einfach sehr intensiv und da habe ich gedacht, das ist etwas Großartiges, dass es das gibt und wenn ich in irgendeiner Form Teil davon sein könnte, wäre das fantastisch."

In Berlin hat sie an der Ernst-Busch-Schauspielschule ihre Ausbildung absolviert und vor zwölf Jahren für ihre Darstellung in "Sophie Scholl - Die letzten Tage" selbst den Silbernen Bären als beste Schauspielerin erhalten. In der Zwischenzeit hat sie, die auch fünf Jahre lang festes Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele war, in zahlreichen anderen Filmen mitgewirkt. Wie sie entscheidet, ob sie ein Rollenangebot annimmt hat sie "Im Gespräch" erzählt.

"Brauche das Gefühl, dass etwas neu ist"

"Ich glaube, ich brauche vor allem das Gefühl, dass es etwas Neues ist, etwas das ich noch nicht gemacht habe. Das heißt, wahrscheinlich, wenn es eine bestimmte Art von Charakter, die ich noch nicht gespielt habe, eine andere Zeit, ein anderes Thema, dann macht es mich schon mal neugierig und dann liegt es aber eigentlich an dem Gesamtstoff, an dem Gesamtbuch, ob mich das beim Lesen in seinen Bann zieht, ob da für mich ein eigenes Universum entsteht, also eine eigene Welt oder starke Atmosphäre, die mich irgendwie anspricht."

Nun wird die 38-Jährige gemeinsam mit ihren sechs Kollegen über die Vergabe des berühmtesten deutschen Festivalpreises entscheiden.

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