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Im Gespräch | Beitrag vom 14.10.2019

Schauspieler Udo Kier Warum spielen Sie alles - von Softporno bis Arthouse?

Udo Kier im Gespräch mit Susanne Führer

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Der Schauspieler Udo Kier, aufgenommen in Cannes (Picture Alliance / AP Photo / Markus Schreiber)
Der Schauspieler Udo Kier (Picture Alliance / AP Photo / Markus Schreiber)

In mehr als 200 Filmen wirkte Udo Kier mit, übersprang mühelos Genregrenzen und avancierte als Bösewicht zum Weltstar. Im Interview berichtet der Schauspieler von seiner Zusammenarbeit mit Regiegrößen wie Fassbinder, Schlingensief oder von Trier.

Ob Horror, Arthouse, Action oder Trash – kaum ein Schauspieler hat mit solcher Leichtigkeit die verschiedenen Grenzen der Filmkunst übersprungen, neu gezogen und verschoben: Udo Kier, grün-blaue Augen, stechender Blick, arbeitete mit Legenden wie Andy Warhol, Rainer Fassbinder, Christoph Schlingensief und Lars von Trier zusammen, wirkte in über 200 Filmen mit und schaffte – vor allem durch seine Rollen als absonderlicher Bösewicht (Andy Warhols "Dracula" 1974, "My Private Idaho"1991, "Iron Sky" 2012) – den Sprung vom "arme Kölsche Jung" zum avantgardistischen Weltstar.

"Das Gute interessiert doch niemanden"

Bösewichter habe er besonders gern gespielt, erzählt Kier im Deutschlandfunk Kultur. Es mache viel mehr Spaß das Böse zu verkörpern. "Da kommen manchmal Frauen auf mich zu und sagen 'You're so eeevil'. Die sagen das wie einen Orgasmus. Das ist doch wunderbar, wenn es den Leuten gefällt. Das Gute interessiert doch niemanden."

Über seinen Lieblingsregisseur Lars von Trier sagt Udo Kier, der in zahlreichen Filmen des Dänen mitgewirkt hat: "Der Lars ist ein ganz lieber Mensch. Er mag keine Schauspieler. Und das finde ich hervorragend." Er habe ein wunderbares Verhältnis zu dem als schwierig geltenden Regisseur: "Die Leute, die nicht mit ihm klar kommen - weiß ich nicht, was das ist."

Udo Kier wurde heute 75 Jahre alt. Die Sendung ist eine Wiederholung vom 09. Februar 2015.

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