Seit 09:05 Uhr Im Gespräch
Freitag, 04.12.2020
 
Seit 09:05 Uhr Im Gespräch

Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 20.12.2017

Schauspieler Oliver Wnuk Als Kind wollte er Papst werden

Oliver Wnuk im Gespräch mit Katrin Heise

Podcast abonnieren
Der Schauspieler Oliver Wnuk, aufgenommen 2016 am Set der Neuverfilmung des gleichnamigen Buches von Erich Kästner "Das doppelte Lottchen" in Salzburg (picture alliance / dpa / Ursula Düren)
Oliver Wnuk interessiert sich für das ganze Spektrum des menschlichen Lebens. (picture alliance / dpa / Ursula Düren)

Der Schauspieler Oliver Wnuk ist bekannt aus der Serie "Stromberg" oder als ZDF-Kommissar mit Hang zum Komödiantischen. Wir sprechen mit ihm über Empathie, das Leben mit seiner Frau Yvonne Catterfield, seinen Hang zum Schreiben und seine frühe Liebe zum Papst.

Als "Ulf" in der Serie Stromberg ist er bekannt geworden. Jetzt erleben wir Oliver Wnuk vor allem als Kommissar mit Hang zum Komödiantischen in der ZDF-Reihe "Nord Nord Mord". Wnuk ist aber nicht nur Schauspieler. Er schreibt auch. Sein Hörspiel "Der Aufstieg und Fall des Siggi S." wurde gleich zweimal ausgezeichnet und seine beiden Romane kamen nicht nur bei der Kritik gut an.

Die Themen der Bücher – unter anderem Alzheimer und Depressionen – entsprechen nicht gerade den Erwartungen an einen unterhaltsamen Fernsehschauspieler, doch der 41-jährige Hobby-Philosoph Wnuk interessiert sich für das ganze Spektrum des menschlichen Daseins. 

Erst Papst, aber dann doch Schauspieler

Bereits als Kind habe er diesen Drang zur Selbstdarstellung gehabt, erzählt Wnuk. Und eine Zeit lang wollte er auch Papst werden:

"Ich fand das Papamobil so cool, und dass man auf den Balkon tritt und dann finden einen zwei Milliarden Menschen ad hoc schon mal gut."

Spätestens seit seinem 15. Lebensjahr ist klar, Wnuk will Schauspieler werden. Er besucht deshalb die Schauspielschule in München. Seine Fähigkeit zur Empathie fällt früh auf, denn als Ministrant heult er auf Beerdigungen mit als erstes. Ministrant darf er deshalb irgendwann nicht mehr sein, aber beim Schauspielen komme ihm seine Empathiefähigkeit entgegen.  Als "Ulf" in der Serie Stromberg ist er bekannt geworden.

Seit 2010 verkörpert Wnuk den Kriminaloberkommissar Hinnerk Feldmann mit Hang zum Komödiantischen in der ZDF-Reihe "Nord Nord Mord".

Den Text muss man vorher kauen

"Mein Problem ist zum Beispiel  – auch bei Stromberg war das so oder in anderen Sachen –, wenn ich 'was spielen muss, 'was so übertrieben ist oder was so ganz weit von mir weg ist, fange ich ganz schlimm an zu schwitzen. Ich kann gar nicht so fernab darstellen. Ich kann auch nicht den Text erst ganz kurz gelernt haben, sondern ich muss damit schon ziemlich schwanger gehen und den vor mich hin brabbeln. Was zur Folge hatte, dass ich – eine schöne Geschichte –, vor vielen Jahren ins Kinderzimmer gekommen bin und sehe meine Tochter im Bett liegen, da war sie eben so zwei, und sie brabbelte eben so vor sich hin und da habe ich gedacht: Was machst du denn? Und sie sagt: 'Ich mach Text.' Weil ich immer den Text so kaue, und das hat wahrscheinlich zur Folge, dass er dann irgendwann meiner ist und dann wohl recht authentisch klingt."

Wnuk arbeitet aber nicht nur als Schauspieler in Filmen und auf Theaterbühnen, der 41-Jährige schreibt auch. Sein Hörspiel "Der Aufstieg und Fall des Siggi S." wird gleich zweimal ausgezeichnet und seine beiden Romane kommen nicht nur bei der Kritik gut an. Die Themen der Bücher – unter anderem Alzheimer und Depressionen – entsprechen nicht gerade den Erwartungen an einen unterhaltsamen Fernsehschauspieler. Wnuk sieht sich als eine Art Hobby-Philosoph, der sich für das ganze Spektrum des menschlichen Daseins interessiert. Für die Sängerin und Schauspielerin Yvonne Catterfeld, mit der Wnuk verheiratet ist, hat er auch schon Songtexte geschrieben. Solche Texte zu schreiben sei eine besondere Herausforderung, betont er.

Mehr zum Thema

Neu im Kino - Wie der Krieg im Büro gewonnen wird
(Deutschlandfunk Kultur, Filme der Woche, 19.02.2014)

Im Gespräch

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur