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Buchkritik / Archiv | Beitrag vom 10.08.2012

Schatzkiste für Stones-Fans

Jagger/Richards/Watts/Wood: “The Rolling Stones: 50“, Prestel Verlag, 352 Seiten

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Charlie Watts, Keith Richards, Ronnie Wood and Mick Jagger (von links) (dpa / picture alliance / Andy Rain)
Charlie Watts, Keith Richards, Ronnie Wood and Mick Jagger (von links) (dpa / picture alliance / Andy Rain)

Vor 50 Jahren traten die Rolling Stones das erste Mal in einem kleinen Club in London auf. Anlässlich dieses Jubiläums veröffentlichte die legendäre Rockband einen Fotoband, der eine einzigartige Erfolgsgeschichte dokumentiert.

Am 12. Juli 1962, also vor 50 Jahren, traten die Rolling Stones das erste Mal in einem kleinen Club in London auf. Entgegen früheren Gerüchten, dieses Jubiläum mit einem Konzert zu feiern, veröffentlichte die legendäre Rockband einen Fotoband, der gleichsam als Museum im Westentaschenformat gedacht ist und eine einzigartige Erfolgsgeschichte dokumentiert.

Da über die aufregende und ereignisreiche Karriere der als Bluesband gegründeten Gruppe schon alles geschrieben wurde, was es zu berichten gibt, ist ein Bilderbuch wohl die bessere Wahl. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Rolling Stones auf der Konzertbühne, direkt vor ihren Fans in der Liveatmosphäre, bis heute die größte Wirkung entfalten - mehr noch als mit ihren Platten.

Und so besteht der überwiegende Teil der mehr als 1000 Abbildungen aus Konzert- oder Tourneefotografien aus dem eigenen Fundus, Zeitungsarchiven oder von befreundeten Fotografen, die die Band zum Teil schon seit vielen Jahren begleiten. Bilder, die Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts und Ron Wood selbst herausgesucht haben.

Sie zeigen die Band von den Anfängen in Londoner Blues-Clubs, in karierten Anzügen bei den ersten Fernsehauftritten, im Urlaub am Strand, bei Gerichtsterminen wegen Drogenmissbrauchs und Fotosessions bis hin zu den spektakulären Auftritten vor zigtausenden Fans in den großen Arenen dieser Welt.

Dass dabei keine kompromittierenden Aufnahmen zu sehen sind, versteht sich von selbst. Trotzdem bekommt der Leser unveröffentlichte Bilder zusehen, die bislang in den privaten Archiven schlummerten und die die Musiker oft aus ungewöhnlichen Perspektiven zeigen. Der Betrachter bekommt durch diese Bilderflut eine Ahnung von der turbulenten Karriere der Vier und kann einen Blick in die Welt hinter die Kulissen der legendären Rock’n Roll Band werfen, die sich gern auch als "Greatest Show On Earth" ankündigen lässt.

Darüber hinaus leistet das Fotobuch auch Unterricht in Sachen Zeitgeschmack und Geschichte - anhand von veränderten Frisuren, Moden, Autos, Bühnenausstattungen und Sujets.

Und wenn Keith Richards an einer Stelle des Buches sagt: "Im Grunde gibt’s kaum etwas, was sich seit den frühen Tagen verändert hat ... Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Zuschauer inzwischen etwas älter geworden sind", dann spürt man, dass die Musiker ihren Enthusiasmus und den Spaß an diesem aufregenden Leben bis heute nicht verloren haben.

Neben der ungeheuren Vielzahl an Schwarz-Weiß- und Farbfotos finden sich in dem großformatigen Buch etliche Konzertplakate, Zeitungsartikel und Dokumente. Alle Abbildungen wurden von den Musikern mit Anekdoten und Erinnerungen kommentiert und jeder der vier Rolling Stones hat ein eigenes Vorwort für das umfangreiche Jubiläumsbuch geschrieben.

Ein Buch wie ein guter Rocksong, eine gute Geschichte mit guten Motiven auf den Punkt gebracht. Für jeden Stones-Fan ein Muss.

Besprochen von Uwe Wohlmacher

Mick Jagger, Keith Richards, Charlie Watts, Ron Wood
The Rolling Stones: 50

Texte aus dem Englischen übersetzt von Bernd Gockel
Prestel Verlag, 352 Seiten, 39,95 Euro

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