"Satanstango"-Regisseur Béla Tarr mit 70 Jahren gestorben

Der ungarische Regisseur Béla Tarr hat mit seinem Werk "Satanstango" ein bedeutendes Werk der Filmgeschichte geschaffen. Nun ist er im Alter von 70 Jahren gestorben, wie ungarische Medien unter Berufung auf seine Familie berichten. "Satanstango" gilt als einer der längsten Kinofilme überhaupt - mit einer Laufzeit von mehr als sieben Stunden. Gedreht in schwarz-weiß wird der Zerfall des Kommunismus in Osteuropa erzählt. Der Film feierte seine Premiere 1994 auf der Berlinale. Tarr galt als Visionär des modernen Kinos und arbeitete teils mit minutenlangen Einstellungen, von denen sich auch andere Filmemacher inspirieren ließen. Grundlage von "Satanstango" war ein gleichnamiger Roman von László Krasznahorkai, der gerade mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet worden ist. Mit ihm arbeitete Tarr regelmäßig zusammen. Die Europäische Filmakademie würdigte den Regisseur als "eine Persönlichkeit mit starker politischer Stimme, der nicht nur von seinen Kollegen hochgeschätzt, sondern auch vom Publikum weltweit gefeiert wurde".